Tamedia soll nach Aus von Le Matin Print den Dialog wiederaufnehmen

Der Zürcher Medienkonzern Tamedia soll nach der Einstellung der Westschweizer Tageszeitung Le Matin an den Verhandlungstisch zurückkehren. Das Redaktionspersonal und die Gewerkschaften fordern weiterhin eine fairen Sozialplan für die entlassenen Mitarbeitenden.

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«Nach dem brutalen Aus für die Tageszeitung Le Matin und dem einseitigen Ausstieg von Tamedia aus der Mediation unter Leitung der Waadtländer und Genfer Regierung vor der Sommerpause möchten die Westschweizer Redaktionen des Zürcher Verlegers, Syndicom und Impressum wieder einen Dialog zu sieben wesentlichen Punkten führen», schreiben die Medien-Gewerkschaft Syndicom und der Schweizer Journalistenverband Impressum am Donnerstag in einem Communiqué. Bei den Gesprächen sollen «tragfähige Antworten auf die künftigen Herausforderungen für die Presse» gegeben werden. «In den Redaktionen soll wieder Ruhe einkehren, und die Folgen der Einstellung des gedruckten Le Matin sollen für die Betroffenen soweit wie möglich minimiert werden», lautet die Hoffnung.

Der Tamedia-Direktion wurde eine Liste mit sieben Punkten unterbreitet, über die die Gewerkschaften und der Journalistenverband mit dem Verleger verhandeln möchten:. Zuoberst stehen das Sistieren der Kündigungsfristen und der Verzicht auf Entlassungen während der Verhandlungen über den Sozialplan. Sozialplan und zusätzliche Stellen Zweitens werden zusätzliche Stellen bei der Oline-Ausgabe matin.ch gefordert, um diesem Projekt «eine echte Chance zu geben». Drittens fordern die Redaktionen und die Gewerkschaften einen «fairen und angemessenen Sozialplan» für die 40 Mitarbeitenden, die nach der Einstellung der Printausgabe von Le Matin entlassen worden sind. Die weiteren Forderungen sind ein zweijähriger Verzicht auf erneute Restrukturierungen, massive Investitionen in die Titel, die generelle Förderung der Pressevielfalt in der Romandie und schliesslich die Beibehaltung des Gesamtarbeitsvertrages (GAV) und dessen Anwendung auf die Redaktionen, die ihm nicht mehr unterstellt sind. Man erwarte von Tamedia nun «solide und substanzielle Taten und Antworten».

Von Seiten des Verlagshauses war am Donnerstag zunächst keine Stellungnahme erhältlich. Der Zürcher Medienkonzern hatte die Einstellung der gedruckten Ausgabe von Le Matin Anfang Juni bekannt gegeben und mit den seit 20 Jahren anhaltenden Verlusten begründet. Seit einem Monat gibt es den Le Matin nun nur noch online. Die digitale Ausgabe wird von einer 15-köpfigen Redaktion verfasst. Nicht betroffen vom Abbau ist die Sonntagszeitung Le Matin Dimanche. Die Zeitung erscheint weiterhin in gedruckter Form. Auch werden dort keine Stellen abgebaut. (SDA)

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