Belegschaft des Tessiner Giornale del Popolo arbeitet weiter

Die Journalisten und die übrige Belegschaft des Tessiner Giornale del Popolo geben nicht auf. Die Zeitung erscheint mindestens bis Samstag, wenn nicht sogar bis Dienstag kommender Woche.

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Die Beschäftigten haben am Freitag ohne Lohn oder irgendwelche Garantien die Arbeit wieder aufgenommen. Am Freitag war das Blatt mit nahezu leeren Seiten und lediglich einem Vorwort des Herausgebers, Bischof Valerio Lazzeri, und einem Kommentar der Chefredaktorin Alessandra Zumthor erschienen.

Spendensammlungen

In der Tessiner Bevölkerung haben Spendensammlungen für die Mitarbeiter der katholischen Tageszeitung begonnen. Ziel ist, das Blatt zu retten.

Die Diözese Lugano sieht sich derweil von verschiedenen Seiten mit Vorwürfen konfrontiert, da sie keinerlei Bemühungen zur Sicherung der sozialen Situation der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Blattes unternommen und damit ihre soziale Verantwortung nicht wahrgenommen habe. Am Freitag teilte die Diözese per Communiqué mit, dass man nach dem Entscheid des Bezirksgerichts über den Konkurs einen Solidaritätsfonds für die Beschäftigten äufnen werde.

Der Tessiner Regierungspräsident Claudio Zali traf den Tessiner Bischof Valerio Lazzeri am Freitagmittag zu einem Orientierungsgespräch, um herauszufinden, welcher Handlungsspielraum für ein Eingreifen von behördlicher Seite allenfalls noch möglich wäre.

Interesse bei Luganeser Verlag

Ein Luganeser Verlagshaus, die Fontana Print SA, zeigte sich mittlerweile potentiell interessiert an einer Weiterführung des Blattes in anderer Form. Der Leiter des Verlages, Raoul Fontana, der sich auf die Herausgabe von Magazinen und Büchern spezialisiert hat, sagte der Nachrichtenagentur sda, dass man sich allenfalls vorstellen könne, das Blatt als Wochenzeitung herauszugeben, mit reduziertem Mitarbeiterstab.

«Wenn die Stimme des ‚Giornale del Popolo‘ im Tessin fehlt, geht allen Leserinnen und Lesern, die sich dem katholischen Glauben und der Kirche nahe fühlen, etwas elementar Wichtiges im Leben verloren», sagte Fontana.

Die Herausgeber des 1926 gegründeten Blattes mussten nach dem Konkurs der Werbevermarkterin Publicitas die Segel streichen. Ein wichtiger Teil der Einnahmen stammten aus der Werbung. Am Donnerstag gaben die Herausgeber bekannt, die Bilanz deponiert zu haben. Das Blatt sollte gemäss den Angaben am Samstag zum letzten Mal erscheinen (Werbewoche.ch berichtete). (SDA)

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