«No Billag heisst No SRG»

SRG-Generaldirektor Gilles Marchand spricht im SonntagsBlick über die No-Billag-Initiative und die kommenden Sparmassnahmen.

marchand

Die Schweiz stimmt am 4. März über die Abschaffung der Billag-Gebühren ab (Werbewoche.ch berichtete). Der neue SRG-Generaldirektor Gilles Marchand zeigt sich im Interview mit dem SonntagsBlick alles andere als überzeugt, dass die Vorlage vom Volk bachab geschickt wird. Für eine Prognose sei es zwar zu früh, aber «es könnte eng werden», fürchtet er. Jetzt gelte es, den Trend – laut ersten Umfragen liegen die Befürworter vorn – in den verbleibenden fünf Monaten umzukehren.

Dabei wird es seitens SRG keine Kampagne geben. «Unsere Redaktionen sind unabhängig. Sie werden über die Vorlage berichten, wie über jede andere auch», sagt Marchand. Vielmehr will er die Stimmbürger mit Aufklärung überzeugen: «Die Leute müssen verstehen, was die Initiative wirklich bedeutet. Es geht nicht um die Frage Gebühren ja oder nein, sondern um die Frage SRG ja oder nein. No Billag heisst No SRG».

Laut Entscheid des Bundesrates stehen der SRG ab 2019 50 Millionen Franken weniger pro Jahr zur Verfügung. Diese will Marchand bei den Verwaltungskosten einsparen. «Abstriche in der Programmqualität will ich auf jeden Fall verhindern», sagt er.

Unterhaltung gehört zum Vollprogramm

Den Vorwurf, die SRG fische im Teich der Privaten, weil sie pro Jahr 360 Millionen Franken für Unterhaltung ausgebe, kontert der Romand diplomatisch: «Auch Unterhaltungsformate können Informationen liefern und unser Land und unsere Gesellschaft weiterbringen.» Er sei ganz klar der Meinung, dass die SRG ein Vollprogramm bieten müsse – dazu gehöre auch die Unterhaltung.

Die Grenzen des Service public werden nach Ansicht des neuen Generaldirektors erst bei «rein voyeuristischen» Formaten überschritten. «Sendungen, in denen Leute lächerlich gemacht und blossgestellt werden – da hört es für mich auf». (hae)

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