Quotenhoch und Kritik

«Bachelor» Janosch sorgt für Höchstquoten. Gleichzeitig wird die Sendung kritisiert.

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Mit seinen trashigen Kuppel- und Flirtshows scheint der Privatsender 3+ weiterhin den Nerv des Schweizer Fernsehpublikums zu treffen. Am Montagabend war «Der Bachelor» zeitgleich Marktführer und die meistgesehene Sendung in allen relevanten Zielgruppen. Mit einem Marktanteil von 19,6 Prozent übertrumpfte 3+ mit der Eigenproduktion SRF1 um mehr als das Doppelte.

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Vor allem bei Frauen ist die Sendung äusserst beliebt. Die dritte Folge erreichte mit 57,2 Prozent mehr als jede zweite junge Zuschauerin (siehe Grafik Headerbild). Die Folge konnte sich im Vergleich zur dritten Folge der letzten Staffel um 34 Prozent steigern.

«Verzerrtes Bild von Liebe und Erotik»

Besonders in der dritten Folge wurde das Publikum mit mehr oder weniger expliziten Szenen konfrontiert: Der «Bachelor» leckte beispielsweise einer Kandidatin Champagner von den Brüsten oder trank ihn direkt aus dem Mund einer anderen Teilnehmerin.

Dass solche Szenen um die beste Sendezeit ab 20:15 Uhr ausgestrahlt werden, stört beispielsweise SP-Nationalrätin Yvonne Feri, welche die Sendung ins Spätabend-Programm verbannen möchte: «Dass man Jugendlichen ein verzerrtes Bild von Liebe und Erotik präsentiert, ist unachtsam», sagt sie gegenüber Blick. Sie appelliert an die Verantwortung von 3+ gegenüber jungen Zuschauern. Szenen wie die oben erwähnten müssten entweder zensiert oder erst ab 22 Uhr gezeigt werden.

Unterstützung erhält Feri von SVP-Nationalrat Maximilian Reimann, der die Sendung «in höchstem Mass geschmacklos» findet und keine Minute seines Lebens für deren Konsum hergeben würde.

Wenig überraschend ist Sender-Chef Dominik Kaiser ganz anderer Meinung. «Der Bachelor» bleibe eine Sendung für die ganze Familie, «auch wenn mal geküsst» werde, so der 3+-Gründer zu Blick. Draufgänger-Kandidaten seien dem Sender «fast lieber als Biedere», sagt Kaiser, der sich – ebenfalls wenig überraschend – als Fan seines neusten Quoten-Garanten Janosch Nietlispach outet. (hae)

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