Vier Auszeichnungen an sieben herausragende Journalisten verliehen

Der Zürcher Journalistenpreis geht dieses Jahr an Felix E. Müller, Paula Scheidt, Markus Häffliger und Thomas Preusse, sowie das Autorentrio Federico Franchini, Hannes Grassegger und Daniel Puntas Bernet.

Felix E. Müller, Chefredaktor der NZZ am Sonntag, erhält den Zürcher Journalistenpreis 2016 für das Gesamtwerk. Paula Scheidt (Das Magazin) wird für ihren Beitrag mit dem Titel «Schweizer Familie» ausgezeichnet.
 Markus Häfliger und Thomas Preusse bekommen den Preis für die in der NZZ publizierte Artikelserie zur «Kasachstan-Affäre». Ausgezeichnet wird zudem das Autorentrio Federico Franchini, Hannes Grassegger und Daniel Puntas Bernet für ihre in «Reportagen» veröffentlichte Recherche zu «Unicef und Blutgold».

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Die Jury des Zürcher Journalistenpreises unter der Leitung von Hannes Britschgi zeichnet in diesem Jahr drei Beiträge aus, die durch ihre sprachliche Qualität, ihre Form und Wirkung sowie die zugrunde liegende Rechercheleistung überzeugen. Die Reportage von der Reise eines Flüchtlings aus Afghanistan in die aargauische Provinz ragte aus den zahlreichen Einreichungen ebenso heraus wie die Recherche eines Autorenteams, das sich der Verbindung eines philanthropischen Industriellen zu afrikanischem Blutgold annahm. Ausgezeichnet wurde zudem die Arbeit eines Berichterstatters aus dem Bundeshaus und eines Datenjournalisten, die mit einer Folge von Beiträgen ein grelles Licht auf den Politbetrieb in Bern warfen.

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Jury-Mitglied Susan Boos (Woz) würdigte die Arbeit von Bundeshaus-Redaktor Markus Häfliger und Datenjournalist Thomas Preusse (NZZ) zur Kasachstan-Affäre in ihrer Laudatio als «Lehrstück der Sonderklasse». «Nicht, dass man es nicht gewusst hätte. Aber noch nie hat jemand so exakt nachgezeichnet, wie bösartig gewisse Lobbyisten manipulieren», so Boos.

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Die Journalistin Paula Scheidt holte den afghanischen Flüchtling Ezmari, über dessen Leben bei seinen Gasteltern sie ihre ausgezeichnete Reportage «Schweizer Familie» (Das Magazin) schrieb, mit auf die Bühne.

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Daniel Puntas Bernet, Federico Franchini und Hannes Grassegger zeigten in ihrem Artikel «Unicef und Blutgold» (Reportagen) auf, wie der deutsche Unicef-Chef in Geschäfte mit afrikanischem Blutgold verwickelt war. Eine «höchst präzise journalistische Spurensicherung» nannte Laudator Hansi Voigt die «hervorragende Arbeit» der Autoren.

Mit dem Preis für das Gesamtwerk ehrt die Jury Felix E. Müller, den Begründer und Chefredaktor der NZZ am Sonntag. Jury-Präsident Britschgi würdigte Müller als «leidenschaftlichen Blattmacher und anerkannten Leitartikler», dessen jahrzehntelanges journalistisches Schaffen die Publizistik in der Schweiz mitgeprägt hat.

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Felix E. Müller, Preisträger für das Gesamtwerk, ist der «Vater» der NZZ am Sonntag. Und der NZZ-Lifestyle-Beilage Z, die ihm einst als Versuchsobjekt für die Sonntagsausgabe gewährt – und nach durchgehend schwarzen Zahlen schliesslich auch der NZZ beigelegt wurde. Seinen ersten Artikel für die NZZ schrieb er 1997 – ein Augenzeugenbericht über das Attentat in Luxor, das er mit seiner Frau überlebte.

An der Feier zur Preisverleihung, die am Mittwoch, 25. Mai 2016, im Kaufleuten Zürich stattfand, nahmen zahlreiche prominente Gäste aus Wirtschaft, Medien und Politik teil. Der Zürcher Journalistenpreis, eine der renommiertesten Auszeichnungen für Journalismus in der Schweiz, wird seit 1981 verliehen. Jeder der vier vergebenen Preise ist mit 10’000 Franken dotiert. Ausgezeichnet werden hervorragende und wegweisende Arbeiten und Gesamtwerke, unabhängig davon, ob sie über einen Zeitungs-, Zeitschriften- oder Online-Kanal verbreitet werden. Die Vergabe des Preises ist dank Beiträgen und Spenden von Verlagen, Unternehmen und Institutionen möglich. Die Stiftung dankt für diese Unterstützung, insbesondere für die Beiträge von Migros, Google und Zürcher Presseverein. (hae/pd)

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