Rätoromanische Nachrichtenagentur ANR wird 15-jährig

Die rätoromanische Nachrichtenagentur Agentura da Novitads Rumantscha (ANR) blickt zum Jahresanfang auf 15 Jahre ihres Bestehens zurück. Sie sieht sich als wichtigen Baustein zur Förderung der rätoromanischen Sprache.

Getragen wird die Agentur mit einem Jahresbudget von 1 Million Franken zu zwei Dritteln vom Bund und zu einem Drittel vom Kanton Graubünden. Wie die ANR am Montag mitteilte, beliefert sie die rätoromanischen Zeitungen La Quotidiana, La Pagina da Surmeir und Posta Ladina sowie die rätoromanischen elektronischen Medien.

Ihre Tätigkeit nahm die Agentur anfangs Januar 1997 mit der ersten Ausgabe der Tageszeitung La Quotidiana auf. Die ANR ist unabhängig von ihren Kunden. Die Texte werden sowohl in der Schriftsprache Rumantsch Grischun als auch in allen rätoromanischen Idiomen verfasst. Die Schriftsprache kommt für Meldungen zum Zuge, welche die gesamte Sprachgemeinschaft ansprechen sollen.

Massnahme zur Erhaltung der rätoromanischen Sprache

Ohne die Nachrichtenagentur wäre die Herausgabe der Tageszeitung La Quotidiana nicht denkbar, schreibt ANR. Seit der Übernahme von Redaktionsmitgliedern im Mai 2009 sorgt die ANR für das Erscheinen dieser Zeitung. Auch die anderen Printerzeugnisse wären ohne ANR stark gefährdet. Damit sei die Nachrichtenagentur eine starke und effiziente Massnahme zur Erhaltung und Förderung der rätoromanischen Sprache, schreibt ANR.

ANR beschäftigt elf festangestellte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, welche sich 780 Stellenprozente teilen. Hinzu kommen freie Mitarbeitende. Arbeitsplätze befinden sich neben der Churer Hauptredaktion in Bern sowie in Disentis/Mustér, Cumpadials, Trun, Vuorz, Sur, Zernez, Schuls und in Uznach SG. Die ANR-Trägerschaft ist in einem Stiftungsrat zusammengeschlossen. In diesem haben die Printmedien je einen Sitz. Auf die elektronischen Medien – das rätoromanische Schweizer Radio und Fernsehen, Radio Grischa und Radio Engiadina – entfällt ebenfalls je ein Sitz. Zudem nehmen die Organisationen Lia Rumantscha und Pro Svizra Rumantscha sowie der Bündner Regierungsrat Einsitz im Gremium. (SDA)
 

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