Studie: Organisierte Kriminalität grössere Gefahr für Medien als repressive politische Regime

Organisierte Kriminalität stellt nach Ansicht von Reporter ohne Grenzen eine grössere Gefahr für die Medien dar als repressive politische Regime. In den vergangenen zehn Jahren seien weltweit 141 Journalisten durch die Gewalt organisierter Banden ums Leben gekommen.

«Mafia-Organisationen und kriminelle Kartelle sind die grösste Gefahr für die weltweite Freiheit der Medien», heisst es gemäss der Nachrichtenagentur SDA in einer Studie von Reporter ohne Grenzen. Am schlimmsten sei die Verfolgung von Journalisten durch organisierte Banden in Mexiko. Allein dort seien in der vergangenen Dekade 69 Journalisten getötet worden, elf weitere würden vermisst.

Zugleich weist die Studie auf Probleme der Medien hin, das Unwesen organisierter Kriminalität richtig aufzudecken. Es handle sich um eine mächtige Parallel-Wirtschaft mit enormem Einfluss. Nicht zuletzt angesichts der Gefahren würden sich Medien mit einer lediglich «oberflächlichen Berichterstattung» begnügen. Statt Hintergründe offenzulegen würden sich Medien angesichts der Bedrohungen mitunter darauf beschränken, nur gegenseitige Beschuldigungen rivalisierender Banden und Informationen aus offiziellen Quellen zu verbreiten.
 

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