Radiokonsum mit leichtem Rückgang

Im ersten Halbjahr 2006 hat Radio DRS an Reichweite verloren, aber an Marktanteil gewonnen. In beiden Kategorien zugelegt haben insgesamt die Privatradios - bei generell leicht gesunkener Radionutzung.

Im ersten Halbjahr 2006 hat Radio DRS an Reichweite verloren, aber an Marktanteil gewonnen. In beiden Kategorien zugelegt haben insgesamt die Privatradios. Die allgemeine Radionutzung sank leicht: In der Vorjahresperiode wurde insgesamt eine Reichweite von 91,6 Prozent erreicht, dieses Jahr liegt sie bei 91,3 Prozent. Das geht aus den neuen Zahlen von Publica Data hervor, die mittels Radiocontrol erhoben wurden. An der Untersuchung nahmen 15’303 Personen teil. Insgesamt wurden in der Schweiz im vergangen Halbjahr durchschnittlich 111,4 Stunden Radio gehört. 
 
Die DRS-Radios kamen auf eine Reichweite von 62,8 Prozent, das entspricht knapp 2,8 Millionen Hörern und Hörerinnen. Am stärksten an Reichweite verloren, nämlich 1,7 Prozentpunkte, hat DRS 1. Der Sender hatte im ersten Semester eine Reichweite von 43,2 Prozent. Bei den DRS-Programmen zu den Verlierern gehört auch DRS 2 (-0,9) und MW531 (-0,4 Prozentpunkte). Leicht gewonnen haben die beiden SRG-Stationen für die Jüngeren: DRS 3 und Virus legten je um 0.2 Prozentpunkte an Reichweite zu.
 
Im Raum Zürich kann Radio 24 mit 6,1 Prozent nach wie vor die grösste Reichweite verbuchen. Energy Zürich folgt mit 4,6 Prozent auf dem zweiten Platz, Radio Top erreichte 4,5 und Zürisee 4,3  Prozent Nettoreichweite in der ganzen Schweiz.
In der Hauptstadtregion liegt der Sender BE1 vor dem Konkurrenten Capital FM: BE1 verzeichnet eine Reichweite von 2,5 Prozent, bei Capital FM sind es 1,7. Letzterer Sender ist erst seit Anfang Jahr zu hören, er löste Extra Bern ab und überrundet den Vorgänger bereits: Capital FM wurde von 75’600 Hörern eingeschaltet, bei Radio Extra Bern waren es im vergangenen Halbjahr 67’000 Personen (siehe auch Die ersten 100 Tage von Capital FM).
 
Signifikant gesunken ist die Reichweite von Radio Grischa: der Bündner Sender hatte im ersten Semester 2005 eine Reichweite von 2,3 Prozent, im vergangenen Halbjahr betrug sie 1,8 Prozent.
 
In der Westschweiz konnte Radio Suisse Romande (RSR) seinen Marktanteil um 0,2 Prozentpunkte auf 57,2 Prozent steigern, es kann auf 785 000 Hörer zählen. Vor allem Option Musique legte zu – von 7,6 auf 8,8 Prozent Martanteil. La Première fiel dagegen leicht von 41,4 auf 40,8 Prozent zurück.
 
Bei den Privaten in der Romandie liegt Lausanne FM mit einem Marktanteil von 3,2 Prozent an der Spitze. Im Tessin konnte Radio RSI seinen Marktanteil gegenüber dem 1. Semester 2005 von 69,5 auf 71,3 Prozent steigern.
 
Auch in Deutschland hören weniger Leute Radio, wie der Branchendienst Heise meldet: Die Sender verloren insgesamt 329’000 Hörer pro durchschnittliche Sendestunde, was einem Verlust von -1,6 Prozent entspricht.
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