Bahn frei für Net Metrix

Internetforschung Net Metrix, das einheitliche Forschungsmodell über die Nutzung des Internets, erhält grünes Licht. Ein Konkurrent bleibt.

Internetforschung Net Metrix, das
einheitliche Forschungsmodell über die Nutzung des Internets, erhält
grünes Licht. Ein Konkurrent bleibt.In einer gemeinsamen Presseerklärung haben
die Schweizerische Radio- und Fernsehgesellschaft SRG SSR idée suisse
und die AG für Werbemedienforschung Wemf bekannt gegeben, dass die
Schweiz ab Frühjahr 2007 über professionelle Instrumente für die
Mediaplanung im Internet und für die strategische Planung von
Onlinemedien verfügen wird.

Anlässlich einer Informationsveranstaltung Anfang Juni hatten
Wemf-Direktor René Schmutz und Manuel Dähler, Leiter des
SRG-Forschungsdienstes, noch eindringlich an die anwesenden Vertreter
der Onlinebranche appelliert, sie möchten zu Gunsten einheitlicher
Messwerte am neuen Forschungsmodell Net Metrix teilnehmen. SRG und Wemf
bilanzieren die Bereitschaft der Internetbranche positiv, jetzt in die
Zukunft der Onlinemedien als Werbeträger zu investieren. Damit könne
das Modell Net Metrix in ausreichendem Mass finanziert werden.

Net Metrix beinhaltet die von der Wemf erhobenen Module Net Audit
(beglaubigte Websites-Zugriffe) und Net Profile (soziodemografische
Angaben über Nutzer von Websites) sowie dem vom SRG-Forschungsdienst
betreuten Panel Net Tracking (ein strategisches Instrument, das die
Internetnutzung von rund 3’000 Panelteilnehmern erfasst und
Nutzungstrends erkennbar macht).

Mit dem gemeinsamen Forschungsmodell von SRG, Wemf sowie von privaten
Websitebetreibern als dritte beteiligte Partei ist auch die Gründung
einer neuen Firma Net Metrix verbunden. Der genaue Zeitpunkt steht noch
nicht fest. «Bis dahin treten Wemf und SRG-Forschungsdienst in
Kooperation als Anbieter auf», sagt Projektleiterin Christine Diemand
von der Wemf. Wie viele Websitebetreiber sich für Net Profile
angemeldet haben, möchte sie indessen noch nicht bekannt geben, da die
Anmeldefrist bis zum 20. Juli verlängert wurde. 

Eine besondere Situation besteht mit dem Panel Net Tracking des
SRG-Forschungsdienstes, der in Zukunft unter dem Namen Mediapulse
firmieren wird. Früher hatte die SRG zusammen mit der Firma Nielsen
Netratings Schweiz gemeinsam das Panel MMXI betrieben. Nielsen
Netratings führt dieses nach dem Ausstieg der SRG alleine weiter und
steht damit in Konkurrenz zu Net Tracking. «Es wird zwei Panels geben»,
bestätigt der Net Tracking Verantwortliche Markus Jufer.

Jufer sieht jedoch Vorteile für Net Tracking durch die bessere
Gesamteinbettung und die Zusammenarbeit mit der Wemf. «Kurzfristig
könnten wir Probleme bekommen, in den Markt einzudringen», meint Jufer,
langfristig werde sich das Panel jedoch durchsetzen, ist er überzeugt.
Vorerst abwartend verhält sich Jörg Dietz, Managing Director von
Nielsen Netratings Schweiz. «Ich schau mir das Modell mal an, aber ich
kann mich mangels Daten noch nicht dazu äussern», sagt Dietz. Für
Nielsen Netratings besteht durch die Ankündigung von Net Metrix derzeit
kein Handlungsbedarf.    

René Worni

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