Handy-TV profitiert von der Schweizer Nati

Die Swisscom hat im Vorfeld der Fussball-WM offensiv ihr Angebot für Handy-TV beworben. Studien zeigen aber, dass Fernsehen auf dem Mobiltelefon bei vielen Konsumenten nicht besonders gut ankommt. Die Werbewoche hat bei Swisscom nachgefragt.

Die Swisscom hat im Vorfeld der Fussball-WM offensiv ihr Angebot für Handy-TV beworben. Studien zeigen aber, dass Fernsehen auf dem Mobiltelefon bei vielen Konsumenten nicht besonders gut ankommt. Die Werbewoche hat bei Carsten Roetz, PR-Leiter bei Swisscom Mobile, nachgefragt. „Wir haben 85’000 Kunden mit UMTS-fähigen Handys. Rund ein Drittel davon nutzen regelmässig Handy-TV“, erklärte Roetz. 1’000 Personen haben den Match Frankreich-Schweiz verfolgt, rund 10’000 Kunden schalteten sich im Laufe des Spieltages ein. Den spezifischen WM-Dienst haben „mehrere zehntausend“ Kunden abonniert; genauere Zahlen will das Telekommunikationsunternehmen nicht herausrücken. „Die Nutzung von Handyfernsehen ist höher als sonst“, sagte Roetz aber immerhin dazu. Er geht davon aus, dass das Andauern des Interesses auch massgeblich davon abhängt, wie sich die Schweizer Nationalmannschaft in Deutschland weiter schlägt. Bis sich das Handy-Fernsehen definitiv durchsetzt, verstreiche wohl noch einige Zeit, glaubt Roetz: „Handy-TV ist kein offensichtliches Bedürfnis der Leute und muss mit sehr viel werberischem Aufwand bekannt gemacht werden.“ Swisscom setzt auf die Strategie, entsprechende Dienste stets in Zusammenhang mit attraktiven Geräten an den Mann zu bringen. Die WM-Aktion hat anscheinend einiges gebracht, die Verkaufszahlen für UMTS-fähige Geräte sind laut Roetz gestiegen. Ist das Grossereignis erst einmal vorbei, sieht er vor allem im Bereich Aktualität weitere Nutzungsmöglichkeiten. „Das Newsangebot on demand werden wir ausbauen“, so Roetz. Werbeblöcke sind darin momentan nicht geplant, wie der PR-Leiter erklärte: „Im jetzigen Geschäftsmodell, bei dem die Kunden spezifischen Content abonnieren, sehen wir keinen grossen Raum für Werbung.“ Die würde die Nutzer möglicherweise verärgern und dem Konzept, dass man sich unterwegs rasch informieren kann, zuwiderlaufen. „Sollte sich ein neues Businessmodell entwickeln, ergeben sich vielleicht auch neue Werbemöglichkeiten“, meinte Roetz. Neben spezifischen Diensten steht den Kunden auch das Live-Angebot von über 20 Sendern zur Verfügung. Die Werbeblöcke in deren Programm flimmern natürlich auch über die Handybildschirme.
Carole Scheidegger
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