SRG muss beim Sport den Rotstift ansetzen

Ein eigener Sportkanal als Pay-TV-Angebot ist für die SRG momentan überhaupt kein Thema. Das erklärte SRG-Sportchef Urs Leutert in einem Interview.

Ein eigener Sportkanal als Pay-TV-Angebot ist für die SRG momentan überhaupt kein Thema. Das erklärte SRG-Sportchef Urs Leutert in einem Interview mit dem Tages-Anzeiger. Zwei Tage vor WM-Anpfiff gibt er Auskunft über die Zukunftspläne angesichts von steigenden Kosten und zunehmendem Konkurrenzkampf. Das Sport-Grundangebot der SRG werde kleiner. Im nationalen TV sollen die Zuschauer weiterhin alle Tore und Spiele in der Zusammenfassung sehen, die attraktivsten Partien werden live gesendet, sagte Leutert weiter. Im Eishockey hingegen setzt der Rotstift an: Vor allem in den Playoffs wird das Paket reduziert. „ Konsumenten, welche das bisherige Programm der SRG-Sender haben wollen, müssen andere Anbieter dazunehmen und dafür zusätzlich bezahlen“, sagte der Sportchef gegenüber dem Tages-Anzeiger. Die explodierenden Preise für Sportrechte machen der SRG vor allem im Fussball Sorgen, in den übrigen Bereichen seien „Normalität und Vernunft“ zurückgekehrt. Es sei nach wie vor denkbar, dass die SRG auf die Champions League oder die Euro 2008 im eigenen Land verzichte; bezüglich EM 2008 sei man immer noch „in intensiven Verhandlungen“ mit der Uefa. Steigende Rechtekosten sollen durch Einsparungen in der Produktion kompensiert werden. Sponsoringeinnahmen machen laut Leutert bei der Refinanzierung nur einen kleinen Teil im einstelligen Prozentbereich aus.
Durch die Versschmelzung der Medien könne immer weniger zwischen den klassischen Kanälen getrennt werden, führte Leutert weiter aus. Künftig müsse zwischen „free“ und „pay“ sowie „linear“ und „on demand“ unterschieden werden. SF soll den Teil „free“ abdecken; was bezahlt werden muss, werde künftig im Schweizer Fussball von anderen Sendern abgedeckt. Im Bereich „On Demand“ soll das bisherige Angebot aufrechterhalten werden. Man wird also die SF-Sportsendungen weiterhin im Internet anschauen können.
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