Schonfrist ist um

Radio Am 18. Mai werden die Radiocontrol-Daten über die ersten 100 Tage von Radio Capital FM freigegeben.

Radio Am 18. Mai werden die Radiocontrol-Daten über die ersten 100 Tage von Radio Capital FM freigegeben.Mit dem 18. Mai beginnt ein neues Kapitel
für Radio Capital FM. Denn die Publica Data gibt erstmals die
Radiocontrol-Daten des Nachfolgesenders von ExtraBern frei. Dadurch
wird ersichtlich, wie das «Hauptstadt-Radio» in seinen ersten 100
Sendetagen bei den Berner Radiohörern ankam. Am 23. Januar 2006 hatte
der zur Espace Media gehörende Radiosender seinen Betrieb aufgenommen,
die Daten aber vorläufig sperren lassen. Die Branche wartet deshalb
gespannt auf das Lüften des Daten-Geheimnisses.

Allerdings sind schon Berner Zahlen vom ersten Quartal 2006 bekannt –
zwar keine von Capital FM, aber jene von den Konkurrenzsendern. Demnach
hat DRS 1 in dieser Zeit, verglichen mit dem ersten Quartal 2005, 3200
Hörer verloren, während DRS 3 6900 Hörer und BE1 5200 Hörer gewannen.
Bei der Zielgruppe der 15- bis 49-Jährigen ist die Entwicklung noch
ausgeprägter. Damit dürfte es für Capital FM eng werden.

«Das muss nicht sein», widerspricht Martin Freiburghaus, Direktor von
BE1. «Möglich ist auch, dass ein neuer Sender auf dem Markt das
Interesse der Leute am Medium Radio allgemein weckt, so dass sie
überall reinhören, um zu vergleichen. Dadurch steigt bei mehreren
Sendern die Reichweite, während die Hördauer tendenziell sinkt.» Er
rechne deshalb damit, dass auch Capital FM Hörer zulegen konnte. Eines
aber weiss er schon: BE1 musste keine Verluste hinnehmen. Freiburghaus
wird deshalb ruhig das Freischalten der Capital-FM-Daten abwarten und
dann seine Kunden kurz über die neuen Marktverhältnisse in Bern
aufklären. Sonst aber wird er «kein Marketinggeschütz
auffahren».  

Markus Knöpfli

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