Auch ohne WM hielt sich Leutschenbach topfit

Fernsehen Obwohl SF DRS im Jahr 2002 auf die Direktübertragung der Fussball-WM verzichtete, erreichten alle DRS-TVs zusammen den Rekordmarktanteil von 44,1 Prozent.

Fernsehen Obwohl SF DRS im Jahr 2002 auf die Direktübertragung der Fussball-WM verzichtete, erreichten alle DRS-TVs zusammen den Rekordmarktanteil von 44,1 Prozent.Im vergangenen Jahr haben SF DRS und die Schweizer Privat-TVs sowohl in der Primetime als auch in der Ganztagesnutzung Marktanteile hinzugewonnen, die ausländischen dagegen nur teilweise. In der Primetime erreichten SF 1, SF 2 und SF info zusammen mit einem Marktanteil von 44,1 Prozent einen neuen Rekordwert und steigerten ihn um 2,8 Prozent gegenüber 2001. Am meisten gewann SF 2, das in der Primetime einen Marktanteil von 8,4 Prozent (+2,3 Prozent) ausweisen konnte. Als Gründe für die Gewinne wurden das intensive Sportjahr mit der Winter-Olympiade in Salt Lake City, die Erfolge des FC Basel in der Champions League sowie die Umverteilung der Marktanteile der eingegangenen Sender TV 3 und Tele 24 angegeben.
Auch Presse-TV (PTV), dessen Sendungen auf SF 2 augestrahlt werden, mag punktuell mitgeholfen haben, den SF-2-Marktanteil nach oben zu drücken. Sendungen wie «Al dente», «Gesundheit/Sprechstunde» und «Konsum.tv» lagen jeweils deutlich über dem SF-2-Durchschnitt, andere wie «Café Bâle», «NZZ Format» oder «MotorShow» indessen eher darunter.
RTL vor ARD und Pro 7Ein Glanzresultat erzielten auch die Schweizer Privatsender, die sich am Hauptabend von 1,6 Prozent auf 4,2 Prozent steigerten. Gewinne und Verluste der einzelnen ausländischen Sender bewegten sich alle im Vertrauensbereich, insgesamt fiel ihr Marktanteil aber um 5,4 Prozent auf 51,1 Prozent. Am meisten gesehen wird RTL (7,1 Prozent), ARD (5,9 Prozent), Pro7 (4,8 Prozent). Auf dem vierten Platz folgt Sat 1 mit 4,6 Prozent.
Im Ganztagesvergleich verbesserte sich SF DRS um 2,2 auf 35,3 Prozent, auch hier dank SF 2, das 8,1 Prozent (+1,7 Prozent) Marktanteil ausweisen kann. Die Schweizer Privaten legten um 2,4 Prozentpunkte auf 4,1 Prozent zu, während bei den ausländischen Sendern ähnliche Veränderungen wie in der Primetime feststellbar waren. Die Ausnahme: Sat 1 konnte im Ganztagesvergleich um immerhin 1,3 Prozent auf 6,4 Prozent zulegen und belegte den zweiten Rang, gleich hinter RTL (7,9 Prozent). Der Grund: Die Direktübertragung der Fussball-WM.
Das gute Abschneiden von SF DRS stellt für den Ende Jahr abtretenden TV-Direktor Peter Schellenberg eine persönliche Genugtuung dar, umso mehr, als die SRG aus Kostengründen auf die Direktübertragung der Fussball-WM verzichtete. Was dadurch SF DRS entging, ist ein Stück weit aus den Zahlen von Sat 1 zu lesen. Schellenberg selbst bezeichnete die Resultate von SF DRS lakonisch als «typische Zahlen für einen Sender, der unter Innovationsstau leidet».
SF 2 gedeihe «prächtig», sagte der Direktor, der Sender refinanziere sich bereits zu 90 Prozent. Doch SF DRS muss wie andere Medien auch sparen. Das Budget wurde um 43 Millionen Franken zurückbuchstabiert, zudem wurden 45 Vollzeitstellen gestrichen. Nur so sei für 2003 eine ausgeglichene Rechnung zu erreichen, hiess es.
Nebst den SF-DRS-Sendern legten auch die Privaten als Erben von TV 3 und Tele 24 im TV-Markt zu.
Geht mit einem Rekordmarktanteil für die drei SF-DRS-Sender in Rente: SF-DRS-Direktor Peter Schellenberg.
Markus Knöpfli
(Visited 26 times, 1 visits today)

Weitere Artikel zum Thema