Biedermann und die Immobilienmakler

Immobilienhandel Acht Jahre nach seinem Start wird das Branchenmagazin Immobilien Business einer sehr behutsamen Renovation unterzogen.

Immobilienhandel Acht Jahre nach seinem Start wird das Branchenmagazin Immobilien Business einer sehr behutsamen Renovation unterzogen.«Man darf dieses Layout durchaus als bieder bezeichnen», sagt Rolf E. Jeker mit einem Schmunzeln.
Der Geschäftsleiter der Immobilien Business Verlags AG hat sein Branchenmagazin einer Verjüngungskur unterzogen. Ab März löst ein Magazinformat die bisherige zeitungsähnliche Aufmachung ab. Mattes statt glänzendes Papier, grössere Bilder, einheitliche Gliederung, vier statt fünf Spalten. Experimente geht Jeker beim inhouse realisierten Redesign keine ein. «Wir dürfen unserer Zielgruppe nichts Flippiges zumuten», erklärt er. «Manche störte es schon, wenn wir im alten Layout die Titel ins Bild hineinsetzten.»
2800 Milliarden Immobilien
Die Zielgruppe sind Entscheidungsträger aus allen Sparten des Immobiliengeschäfts: Investoren, Vermögensberater, Real Estate Manager, Immobilienbesitzer, Architekten oder Behörden. Überdurchschnittlich Gebildete aus den obersten Kaufkraftklassen, wie es in der Anzeigendokumentation heisst. «Unsere Leser besitzen Liegenschaften im Wert von 2800 Milliarden Franken», erklärt Jeker.
Diese Leser sollen Immobilien Business demnächst auch am Kiosk kaufen können. 2000 bis 3000 Exemplare will er im Direktverkauf absetzen. Mit der neuen Aufmachung, hofft er, werde die Zeitschrift die nötige Beachtung finden. Einen ersten Versuch am Kiosk bei der Lancierung des Hefts im Jahr 1995 hatte er abbrechen müssen. Der Hauptabsatzweg der Auflage von über 10000 Exemplaren war bisher der adressierte Direktversand. Rund 1400 Exemplare gehen an Abonnenten. Zudem wird die Branchenzeitschrift in erhöhter Auflage auch an internationalen Fachmessen und Kongressen verteilt.
Milliardengeschäft
«Unser Relaunch ist antizyklisches Verhalten pur», erläutert Rolf E. Jeker seine Strategie. Trotz der Werbekrise, die Immobilien Business im letzten Jahr einen Umsatzrückgang von zehn Prozent bescherte, habe er nach acht Jahren wieder etwas wagen wollen. Wie bereits 1995, als ihn nach langjähriger Tätigkeit als Publishing-Berater der Ehrgeiz packte, ein eigenes Produkt zu realisieren. «Ich schaute mich nach einer Marktlücke um und habe sie gefunden. Dass Immobilien ein Milliardengeschäft sind, war vorher gar niemandem so richtig bewusst!» Viele Experten hätten damals den Kopf geschüttelt. Doch Immobilien Business habe überlebt und gewinne wieder an Fahrt. Nach Jekers Worten zeigt die Umsatzkurve für 2003 bereits nach oben.
Dank Börsenschwäche im HochIn den vergangenen vier Jahren verzeichnete Immobilien Business einen deutlichen Aufwärtstrend, sowohl bei den Abonnements als auch bei den Anzeigeneinnahmen. Verlagsleiter Rolf E. Jeker hofft auf einen weiteren Anstieg. In der aktuellen schlechten Börsenlage würden Vermögenswerte in Milliardenhöhe von Aktien auf Immobilien umgelagert. Damit steige auch die Nachfrage nach unabhängigen Marktinformationen, wie sie Immobilien Business vermittle, ist Jeker überzeugt. (sm)
Quelle: Immobilien Business Verlags AG/Stand: 26.01.2003
Stefano Monachesi
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