Führungskräfte trauen ihren Marketingabteilungen keine Innovationen zu

Neue Ideen kommen hauptsächlich aus dem Management oder von Kunden – den internen Abteilungen aber wird weniger vertraut. Dies ist das Fazit einer Zukunftsstudie, für die Anfang 2021 303 Teilnehmer – auch in der Schweiz – befragt wurden.

In Sachen Innovation sehen Führungskräfte sich selbst oder ihr Team als grössten Treiber (zusammen 32 %). Die Marketingabteilungen dagegen werden als wenig innovativ gesehen. Nur 4 Prozent der Befragten sehen sie als Ideenlieferanten.

Als einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren der kommenden Jahre wird Vertrauen gesehen. Unternehmen sollten dabei vor allem bei sich selbst ansetzen: Manager vertrauen nämlich niemandem weniger als den internen Abteilungen. Und 41 Prozent messen den Erfolg ihrer vertrauensbildenden Maßnahmen gar nicht. Das sind die Kernergebnisse der «Zukunftsstudie 2021», die unter Leitung der deutschen Unternehmensberatung Richtwert durchgeführt wurde. Dabei wurden 303 Personen – überwiegend Führungskräfte – nach Disruptionen in ihrer Branche befragt und wie sie sich als Unternehmen auf den Wandel einstellen.

Gut zwei Drittel der Unternehmen gaben an, dass sich ihr Business Modell momentan im Wandel befindet. Davon sind alle Branchen betroffen, wenn auch nicht gleichermassen. Während etwa der Anlagenbau nur zu 47 Prozent einen unwiederbringlichen Wandel sieht, sind es in der Automobilbranche 95 prozent, für die künftig nichts mehr so sein wird wie bisher.

Management ist das grösste Hindernis für den Erfolg

Die überwiegend aus dem Management kommenden Teilnehmer der Studie reflektieren durchaus sehr selbstkritisch ihre Rolle in diesem Wandel. So wird das Management nicht als die treibende Kraft des Zukunftsvertrauens gesehen – stattdessen werden Punkte wie Digitalisierung, Innovationsfähigkeit oder starke Partner genannt. Kritisch in die Zukunft blickende Unternehmen sehen das Management sogar als grösstes Hemmnis für Erfolg.

 

Alle wollen Einzigartigkeit – nur wenige können sie ausdrücken

86 Prozent der Befragten ist es absolut wichtig oder sehr wichtig, Klarheit über die Einzigartigkeit ihres Unternehmens zu haben. Allerdings denken nur 4 Prozent der Befragten, dass diese Einzigartigkeit im Falle ihres Unternehmens wirklich klar sichtbar ist.

Die absolute Mehrheit der Befragten (82 Prozent) gibt an, genau zu wissen, was das eigene Unternehmen einzigartig macht. Jedoch konnten weniger als ein Drittel dies in einem einfachen Satz ausdrücken. Ein klarer Trend: Je grösser das Unternehmen, desto weniger wissen die Befragten, was das Unternehmen einzigartig macht: 90 Prozent der Kleinunternehmen geben an, die Einzigartigkeit zu kennen – bei großen Mittelständlern und Konzernen sinkt dieser Wert auf 70 Prozent.

Glaubwürdig Zukunftsvision kommunizieren

Die Studienbetreiber empfehlen den Unternehmen deshalb, die Einzigartigkeit und Zukunftsvision des Unternehmens klar definieren und glaubwürdig nach innen wie nach aussen zu kommunizieren. Zudem auch, vertrauensbildende Massnahmen als Unternehmens-KPIs definieren und regelmässig messen, sowie den CEO stärker in der Kunden- und Mitarbeiterkommunikation zu nutzen.

Für die Zukunftsstudie wurden Anfang 2021 303 Teilnehmer über qualifizierte Online-Fragebogen intensiv befragt. Darunter befanden sich zu 70 Prozent internationale Top-Führungskräfte: Inhaber, Vorstände, Geschäftsführer, Abteilungsleiter und strategische Entscheider. Diese repräsentierten das gesamte Branchenspektrum wie Automobil, Beratung, Banken & Versicherungen, Gross- & Einzelhandel, Industrie & Produktion, Maschinenbau, Medien, Pharma, Verkehr und Telekommunikation. Die Unternehmensgrösse reicht dabei von 10 bis über 100.000 Mitarbeitern. Unterstützt haben die Studie Richtwert, Mayr PR, Patrick Mathieu Singularité und weitere.

(Visited 372 times, 1 visits today)

Weitere Artikel zum Thema