Heidiland-Blockchain stellt Weichen für den Tourismus der Zukunft

Gemeinsam mit «Rell.io» und weiteren Partnern entwickelt Heidiland Tourismus das weltweit erste Blockchain-Netzwerk im Tourismus. Das Projekt soll den Grundstein für eine neue Dimension in der Digitalisierung der Freizeitwirtschaft in einer Destination legen. Der Aufbau der «HeidiCHain» wird auch von Innotour unterstützt, dem Förderinstrument des Staatssekretariats für Wirtschaft SECO für den Tourismus.

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Vernetzte Destination: In der Ferienregion Heidiland entsteht eine touristische Blockchain. (Bild: Heidiland Tourismus/Thomas Kessler)

In der Ferienregion Heidiland arbeite die Destinationsmanagement-Organisation DMO zusammen mit den Blockchain-Spezialisten von «Rell.io» und weiteren Technologie- und Tourismuspartnern an der weltweit ersten Tourismus-Blockchain, wie Heidiland in ein einer Miteilung schreibt. Im Rahmen des Projektes «HeidiCHain» entstehe so eine voll funktionsfähige private Blockchain-Umgebung, die spezifisch auf die Bedürfnisse einer Tourismusregion zugeschnitten ist.

 

Wie funktioniert eine touristische Blockchain?

Der Begriff «Blockchain» wird heute oft mit spekulativen Kryptowährungen wie Bitcoin in Verbindung gebracht. Dies habe jedoch nichts mit der Arbeit zu tun, die derzeit in Heidis Heimat geleistet werde, heisst es weiter in der Mitteilung. Die «HeidiCHain» nutze nämlich innerhalb des im Konsortium angeschlossene Partner für eine dezentrale und anonyme Datenspeicherung aller Transaktionen. Daten würden also nicht zentral bei einem Partner gesammelt. Dadurch sollen die Kundendaten nicht einsehbar und sind komplett sicher werden. Ausserdem erlaube die «HeidiCHain» es den verschiedenen Akteuren innerhalb der Region zukünftig, die Daten dezentral und anonymisiert gemeinsam zu nutzen und Transaktionen aller Art durchzuführen.

 

Digitalisierte Kurtaxen-Administration als erste Anwendung

Unterkunft, Gastronomie, Bergbahn, Therme, Sportartikelverleih, geführte Touren: Heute setzt sich das Gesamterlebnis für den Gast in einer typischen Destination oftmals aus zahlreichen Einzelanbietern und Einzelleistungen zusammen, die völlig isoliert voneinander funktionieren und nicht selten auch (noch) nicht online buchbar sind. Auf der Angebotsseite würden zwar einzelnen touristischen Dienstleistern Kundendaten zur Verfügung stehen, diese könnten aber nicht anonymisiert, geteilt und so von allen Leistungsträgern innerhalb einer Destination sinnstiftend genutzt werden – für Analysen der Besucherströme oder für bedürfnisgerechte Produktentwicklungen beispielsweise. Die «HeidiCHain» soll hier die technologische Grundlage schaffen, dass sowohl auf der Nachfrage- wie auch auf der Angebotsseite in Zukunft völlig neue Anwendungen möglich sind.

In der Projektphase wird nach dem Aufbau der Blockchain und des entsprechenden Leistungsträger-Konsortiums als erster konkreter Anwendungsfall ein System zur automatisierten, digitalen Kurtaxenabrechnung für den Gast und den Leistungserbringer umgesetzt. Heute sei die Kurtaxenadministration in der Ferienregion Heidiland durch die DMO sehr personalintensiv, schwer kontrollierbar und zeitverzögert und bringe für alle Beteiligten einen hohen administrativen Aufwand mit sich, wie Heidiland schreibt. Mit der Digitalisierung des Meldewesens auf Basis der Heidiland-Blockchain soll neben dem Abbau des administrativen Aufwands auf Seiten der Hotellerie, des Gastes, der Destinationen und beteiligter öffentlichen Stellen gleichzeitig auch die Qualität der gemeldeten Tourismusdaten für die Logiernächte-Statistik verbessert werden.

 

Tourist-ID als «digitaler Schlüssel» zur Region

Ebenfalls Teil der Projektphase sei die Einführung einer digitalen Tourist-ID mit einer entsprechenden Mobile-Applikation, heisst es in der Mitteilung. Der Gast könne diese ID künftig einmalig bei der Destination lösen und erhalte so auf seinem Smartphone einen persönlichen «digitalen Schlüssel» zur Region. So sollen künftig Zahlungen im Restaurant, der Zutritt zur Bergbahn oder die Öffnung der Ferienwohnungstüre ermöglicht werden – ganz einfach mit dem Smartphone und ohne zusätzlichen Aufwand. Weitere Ausbauschritte auf Basis der «HeidCHain» seien der Aufbau eines digitalen Marktplatzes und die Entwicklung von Dashboards zur Echtzeit-Analyse der Daten, beispielsweise für die Entwicklung neuer touristischer Produkte.

Das Projekt wird von Blockchain-Experten von «Rell.io», Heidiland Tourismus, den Wirtschaftspartnern TSO, von Tourist-Data Shop und weiteren externen Partnern sowie den regionalen Leistungsträgern gemeinsam umgesetzt. Die neue Lösung mit ersten Anwendungsapplikationen soll auf die Wintersaison 21/22 hin erstmals für den Gast nutzbar werden.

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