Tourismusbranche verzeichnet zweistelliges Minus über die Festtage

Wie die Schweizer Tourismusbranche in einer nationalen Umfrage von Schweiz Tourismus angibt, wurden über die Festtage in den Wintersportgebieten gewichtige Rückgänge verzeichnet – sowohl bei den Hotelübernachten als auch bei den Tagesgästen.

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Ein leerer Skilift im Schweizerischen Flums. (Bild: Patrick Robert Doyle/Unsplash)

Schweiz Tourismus (ST) zog die einzige nationale Bilanz der Festtage (Weihnachten bis und mit 3. Januar 2021). Darin melden die Tourismusbetriebe in den Alpen zwar viele begeisterte Schweizer Gäste auf den Pisten und in den Feriendestinationen. Trotzdem erwarten die Berggebiete ein Minus von 11 Prozent bei den Hotellogiernächten beziehungsweise 26 Prozent bei den Besucherfrequenzen, wie zum Beispiel Tagesgäste Wintersport.

 

Grosses Minus trotz zahlreicher einheimischer Gäste

Viele Bergregionen berichten von zahlreichen einheimischen Tourist*innen, in der Deutschschweiz oft auch aus der Romandie. In der Westschweiz waren es dagegen vorwiegend Gäste aus eigenen Sprachregion und der näheren Umgebung. Wie schon im Sommer verzeichneten die Betriebe vielerorts Schweizer Gäste, die zum ersten Mal in der Schweiz Ferien machen.

Auffällig oft verbrachten die Gäste ihre Zeit abseits der Skipisten auf Wanderwegen, Schneeschuhtrails und Loipen. Der Langlaufsport erlebte gemäss Auskünften aus dem Sportartikelhandel und der Sportartikelvermietung einen eigentlichen Boom. Zudem waren mehr Familien als üblich unterwegs. Sie alle wollten wohl – gerade in der aktuellen Situation – auf die wohltuende Wirkung auf Körper und Geist eines Wintertags im Schnee nicht verzichten.

Auffälligste Veränderung im Buchungsverhalten für diese Festtage waren die zahlreichen und oft sehr kurzfristigen Stornierungen und Umbuchungen. Auch Buchungen erfolgten mehrheitlich sehr kurzfristig und oft bloss für kürzere Aufenthaltsdauern.

 

Sehr gute und breite Akzeptanz der Schutzmassnahmen

Die ausserordentlichen Massnahmen und Beschränkungen im Rahmen der Pandemie stiessen gemäss Auskunft der Branche bei den Gästen meist auf grosse Akzeptanz: 83 Prozent der Befragten geben an, dass ihre Gäste positiv auf die Schutzkonzepte reagieren.

Oft musste allerdings an die Disziplin der Gäste appelliert werden, was nur mit zusätzlichem Personal möglich war. Dies und die Umsetzung der Schutzmassnahmen führte zu nicht unerheblichen Mehrkosten für die touristischen Leistungsträger.

Geschätzt wurde die neue Website von Schweiz Tourismus mit der Übersicht über die offenen Restaurants, Freizeitanlagen und Skigebiete in den Kantonen. Sie war über die Festtage die meistbesuchte Website von ST und trug wesentlich dazu bei, dass die Gäste auch kurzfristig Pläne schmieden konnten für Ausflüge in den Schweizer Winter.

 

Wenig Optimismus für die Sportferien

Wenig Anlass zu Optimismus gibt der Ausblick auf die Sportferien. In den Berggebieten liegt der aktuelle Buchungsstand für die Hotellogiernächte im Februar 2021 bei -38 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auch die Betreiber von touristischen Ausflugszielen und Attraktionen in den Bergen erwarten um ein Drittel tiefere Frequenzen als in der Vergleichsperiode. Insbesondere das Fehlen von Veranstaltungen, Gruppenausflügen und Schullagern dürfte hier zu Buche schlagen.

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