Legales Doping für Ihren Auftritt!

KOLUMNE Nervös vor einem öffentlichen Auftritt? Das muss nicht unbedingt negativ sein. Kommunikationsberaterin und Rhetoriktrainerin Martina Vogel erklärt, wieso Lampenfieber durchaus auch positive Effekte haben kann.Übelkeit macht sich breit, das Herz rast, Hände und Knie zittern und der ganze Körper ist schweissgebadet. Was nach Symptomen einer deftigen Grippe klingt, ist in Wirklichkeit das, wovor sich […]

Übelkeit macht sich breit, das Herz rast, Hände und Knie zittern und der ganze Körper ist schweissgebadet. Was nach Symptomen einer deftigen Grippe klingt, ist in Wirklichkeit das, wovor sich Künstler, Moderatorinnen und Redner gleichermassen fürchten: Das Lampenfieber.Unbarmherzig schlägt es zu, macht einem das Leben – und besonders den Auftritt – schwer und kann jeden und jede treffen. Dabei hat Lampenfieber auch seine guten Seiten und kann zu Höchstleistungen verhelfen.Doch der Reihe nach: Medizinisch betrachtet ist Lampenfieber ein Überbleibsel unserer Vergangenheit als Jäger und Sammler. Befinden wir uns in einer bedrohlichen Situation, gibt der Körper eine Meldung an die Hirninnenrinde: Achtung! Gleich wird’s ungemütlich! Das Gehirn sorgt umgehend dafür, dass das Stresshormon Adrenalin ausgeschüttet wird, was unsere Fluchtbereitschaft aktiviert: die Pupillen weiten sich, der Sauerstoffverbrauch steigt, die Muskeln spannen sich an. Die Botschaft: schnell wegrennen, bevor man vom wilden Tier – hier: das Publikum – gefressen wird.Medizinisch betrachtet handelt es sich beim Lampenfieber also um eine Angstreaktion. Zugegeben, das klingt alles andere als produktiv. Aber: In der richtigen Dosierung wirkt diese chemische Kommunikation zwischen Hirn und Körper wie Gehirndoping. Denn hat man Lampenfieber, so steigen neben der Nervosität auch die Konzentrationsfähigkeit und die Aufmerksamkeit. So betrachtet ist Lampenfieber also eine positive Sache, weil Körper und Geist voll da sind.Und unter uns: ohne diesen Adrenalinkick wären die meisten Konzerte und Reden ziemlich lahm. Deshalb mein Tipp: Freunden Sie sich mit dem Lampenfieber an! Denn wer mit den Symptomen hadert oder gar dagegen ankämpft, verstärkt sie nur noch. Nehmen wir diesen evolutionsbedingten Reflex jedoch an und lernen, dass es absolut in Ordnung ist, wenn unsere Hände ein bisschen zittern oder sich ein paar hektische Flecken auf unseren Wangen abzeichnen, legt sich die Anspannung sehr viel schneller. Lernen Sie also das Rampenlicht mit dem legalen Dopingmittel Lampenfieber so richtig zu geniessen!

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