Licht im Dschungel der Lehrgänge für Marketingleute

BILDUNG Ohne Weiterbildung geht es im Job nicht weiter. Orientierung tut not, damit Zeit und Geld sinnvoll investiert werden können. Ein Überblick über Marketing-Lehrgänge. Es ist nicht leicht im Lehrgänge-Dschungel die passende Weiterbildung zu finden. VON NICOLE WUNNERLICH-SEILER*Wer heute einen Abschluss im Marketing anstrebt, muss sich erst durch einen Dschungel der diversen Möglichkeiten kämpfen. Vom […]

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Es ist nicht leicht im Lehrgänge-Dschungel die passende Weiterbildung zu finden. VON NICOLE WUNNERLICH-SEILER*Wer heute einen Abschluss im Marketing anstrebt, muss sich erst durch einen Dschungel der diversen Möglichkeiten kämpfen. Vom dreitägigen Marketingkurs bis zum Masterabschluss ist alles möglich. Seit der Umsetzung der Bologna-Reform wurde der Markt für Aus- und Weiterbildung kräftig durchgeschüttelt.Wodurch unterscheiden sich die verschiedenen Lehrgänge auf Tertiärstufe? Welche Qualifikationen und Kompetenzen erwerben die erfolgreichen Absolventen? Welche Zulassungskriterien werden verlangt? Mit welchem zeitlichen Aufwand muss gerechnet werden?Eidgenössischer Fachausweis – BerufsprüfungMarketingfachleute entwickeln Marketingkonzepte und -aktivitäten für Produkte sowie Dienstleistungen und setzen diese mit Fachkräften aus anderen Bereichenum.Die Voraussetzungen für einen eidgenössischen Fachausweis im Marketing haben sich wenig geändert. Eine abgeschlossene Lehre oder ein Studium sowie einige Jahre Berufserfahrung erlauben den Einstieg in den mehrmonatigen Vorkurs „MarKom“. Die MarKom-Zertifikatsprüfung, welche für alle Studierenden Pflicht ist,  bereitet auf den Lehrgang der Marketingfachleute vor. Dieser berufsbegleitende Studiengang dauert 12 bis 18 Monate. Im Jahr 2010 wurden gemäss Bundesamt für Statistik 604 eidgenössische Fachausweise für Marketingfachleute erteilt.Eidgenössische Diplome – höhere FachprüfungenMarketingleiter/innen können selbständig Marketingkonzepte erarbeiten und in leitender Funktion die Realisierung der Marketingmassnahmen sicherstellen.Für diese höhere Fachprüfung  sind  mehrjährige Marketingpraxis sowie Erfahrung in einer Leitungsfunktion Voraussetzung. Ein eidgenössischer Fachausweis ist hingegen keine Bedingung. Dieser ebenfalls berufsbegleitende Lehrgang dauert zwei Jahre. Im Jahr 2010 wurden gemäss Bundesamt für Statistik 64 eidgenössische Diplome für Marketingleiter/innen erteilt.Der Swiss Marketing Club (SMC) regelt und überwacht diese eidgenössischen Prüfungen für die Fachausweise sowie die Diplome.Für Fachleute aus der Kommunikation gibt es eigene Lehrgänge. Die Schweizer Werbung SW organisiert die Berufsprüfung für Kommunikationsplaner/in sowie die höhere Fachprüfung für Kommunikationsleiter/innen.Abschlüsse der Höheren Fachschulen (HF)Seit einigen Jahren erleben die Höheren Fachschulen für Marketing einen regelrechten Boom.Der dreijährige Lehrgang Marketingmanager/innen HF wird seit 2008 von den Höheren Fachschulen angeboten. Nach einem eher harzigen Start, erfreut sich das Angebot  steigender Beliebtheit.  Im Vergleich zu Hochschulabgänger/innen, deren Ausbildung wissenschaftlich orientiert ist, kümmern sich diplomierte Marketingmanager/innen HF mit ihrer Ausbildung und Berufserfahrung  um die Umsetzung. Sie sind Generalisten des Marketings mit breiten, vernetzten und handlungsorientierten Fach- und Führungskompetenzen. Die Aufnahmebedingungen  sind vergleichbar mit denjenigen für die eidgenössischen Fachausweise, allerdings ohne Vorkurspflicht.Zudem wird mittlerweile eine grosse Anzahl von Nachdiplomstudien HF (NDS HF) angeboten. Diese  dauern in der Regel 12 bis 18 Monate. Sie ermöglichen eine Vertiefung von Fach- und Führungskompetenzen sowie eine Spezialisierung, wie zum Beispiel in Online-Marketing. Die NDS HF richten sich an Fach- und Führungskräfte, die sich mit Planung, Führung und Kommunikation sowie mit aktuellen marketingorientierten Trends auseinandersetzen wollen. Die Lehrgänge an den Höheren Fachschulen sind berufsbegleitend, sodass ein Arbeitspensum von  80 bis 100 Prozent beibehalten werden kann.Die Marketingfachleute mit einem eidgenössischen Fachausweis erhalten einen direkten Zugang zu den Nachdiplomstudien HF. Für die  Marketingmanager HF besteht die Möglichkeit, in ein höheres Semester der Bachelor-Studiengänge an den Fachhochschulen einzusteigen. Je nach Berufserfahrung  kann auch direkt ein Weiterbildungs-Master (Master of Advanced Studies) angestrebt werden. Möglich ist dies selbstverständlich auch mit einer höheren Fachprüfung.Bachelor und Master der Fachhochschulen (FH)An den Schweizer Fachhochschulen wird eine Vielzahl von Bachelor- und Masterstudiengängen im Bereich Marketing angeboten. Das Studium für einen Bachelor schafft die Voraussetzungen, damit die Absolventen als qualifizierte Fachleute und mit dem Potenzial für Leitungsfunktionen im Arbeitsmarkt erfolgreich sein können. Angehende Studierende eines Bachelor-Studienganges benötigen eine Berufsmaturität oder eine gymnasiale Maturität. Bei letzterer ist ein Jahr einschlägige Berufspraxis notwendig.Alle Studienleistungen an Fachhochschulen wie auch an Universitäten sind national und international mittels des Europäischen Kredittransfersystems (ECTS) vergleichbar. Für einen Bachelor-Abschluss benötigen die Studierenden mindestens 180 ECTS Punkte, welche sie in der Regel in einem dreijährigen Vollzeit- oder einem vierjährigen Teilzeitstudium erreichen. Nach dem Bachelor-Studium können die Kenntnisse in einem Master-Studium vertieft und erweitert werden. Diese konsekutiven Master-Studiengänge (Ausbildungs-Master) verbinden praxisrelevante Inhalte mit solider wissenschaftlicher Forschung.Das Angebot an Master of Advanced Studies (MAS) hat in den letzten Jahren stetig zugenommen. Diese berufsbegleitende zweijährige Weiterbildung richtet sich an erfahrene Berufsleute, die über ein abgeschlossenes Hochschulstudium verfügen und vertiefte Kenntnisse in einem Fachgebiet erwerben möchten. Die Studierenden erhalten nach Abschluss einen eidgenössisch anerkannten Titel der jeweiligen Hochschule sowie 60 ECTS Punkte. Die MAS sind in drei Certificate of Advanced Studies (CAS) unterteilt. Für den Abschluss muss zudem eine Master-Diplomarbeit verfasst werden. Es ist auch möglich, nur einzelne CAS zu absolvieren.Entwicklung der Aus- und Weiterbildung für MarketingleuteDie Schulen, welche die Berufsprüfung für Marketingfachleute anbieten, erkennen einen Trend zu sinkenden Anmeldungen von Studierenden. Im Gegensatz dazu steigt die Zahl der angehenden Marketingmanager/innen HF. Auch die Anzahl der Studierenden für die Nachdiplomstudiengänge der Höheren Fachschulen hat zugenommen. Dies auch deshalb, da neue Nachdiplomstudiengänge HF auf den Markt kommen. An den Fachhochschulen sind die Zahlen ebenfalls eindeutig. In den Jahren 2002 bis 2012 haben im Fachbereich Wirtschaft und Dienstleistungen die Bestände der Studierenden um 100% zugenommen. Dies geht aus den Szenarien für das Bildungssystem im Rahmen einer Studie des Bundeamts für Statistik hervor.Zukünftige Studierende sind gut beraten, sich über die eigenen Ziele bewusst zu sein, um die für sie geeigneten Lehrgänge zu wählen. Weiterführende Informationen:Berufsprüfungen und höhereFachprüfungen Marketing:                                                     www.swissmarketing.chHöhere Fachschulen:                                                                www.hfw.ch/schulen.htmlFachhochschulen:                                                                     www.fachhochschulen.net———————————————————————-*Nicole Wunnerlich-Seiler ist Studentin an der Hochschule Luzern (Master of Advanced Studies in Marketing und Management von Dienstleistungen)
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