Den Druck spüren: Veredelung als Schlüssel zum Erfolg

Digital ist aktuell, schnell, farbig, spannend, keine Frage. Digitale Informationen begegnen uns überall, fesseln uns möglicherweise kurz, werden von den nächsten getoppt. Hängen bleibt: wenig! Bei allen Vorteilen – digitale Botschaften bleiben selten länger im Bewusstsein, sie sind eher flüchtig. Sie sind nicht greifbar, daher auch schwerer «begreifbar». Es fehlt das haptische Moment, das «Anfassen» […]

Digital ist aktuell, schnell, farbig, spannend, keine Frage. Digitale Informationen begegnen uns überall, fesseln uns möglicherweise kurz, werden von den nächsten getoppt. Hängen bleibt: wenig! Bei allen Vorteilen – digitale Botschaften bleiben selten länger im Bewusstsein, sie sind eher flüchtig. Sie sind nicht greifbar, daher auch schwerer «begreifbar». Es fehlt das haptische Moment, das «Anfassen» können, um eine Botschaft fassbar zu machen. Die physische Komponente fehlt. Die kann nur Print vermitteln.

Wer spürt, der glaubt

Der Mensch ist mit mehreren Sensoren ausgestattet. Sehen bedeutet Wissen und Erkennen, eine wichtige Grundlage für jegliche Orientierung. Spüren aber heisst fühlen und damit glauben. Mit dem Fühlen werden visuelle Eindrücke verifiziert. Dank dem haptischen Eindruck erhöht sich die Chance, dass sich die Drucksachenempfänger mit einer Drucksache auseinandersetzen. Printprodukte mit hochwertigen Bedruckstoffen und Veredelungen steigern die Aufmerksamkeit und die Kaufmotivation. Dass dies keine leeren Worte sind, unterstreicht eine Studie des Verbandes Druck und Medien Bayern mit Seismografics. Die Er­gebnisse der Studie werden voraussichtlich Mitte April 2018 vorgestellt und sollen den Marketingleuten eine wissenschaftliche Grundlage bieten, zukünftig den Einsatz von Printprodukten noch effizienter zu gestalten.

Veredeltes Papier steht für Premium-Qualität

Eine Marktleistung muss dem Gesamtimage eines Anbieters entsprechen. Für Beni Kiser, Geschäftsführer und Inhaber der Kasimir Meyer AG in Wohlen, ist die nachhaltige Wirkung eines Druckprodukts ein enges Zusammenspiel aller Elemente. Dabei spielt die Botschaft die zentrale Rolle. Darauf abgestimmt werden Material, Design, Drucktechnik und Veredelung.Die Veredelungsmöglichkeiten sind vielfältig. Es geht nicht darum, so viel wie möglich zu veredeln, sondern dies, passend zum Gesamten, mit grösstmöglicher Wirkung zu tun. Für Beni Kiser ist es wichtig, immer das Optimum aus der Kombination Bedruckstoff, Grafik und Veredelung herauszuholen. Für ihn geht es darum, mit einer gedruckten Botschaft Aufmerksamkeit zu erregen mit der Idee, mit Sehen, Fühlen und Riechen ein multisensorisches Erlebnis zu entwickeln und so die Sinne anzuregen. Basis bildet ein schönes, wertiges Papier passend zum Thema. Die Botschaft kann mit der richtigen Drucktechnik und einer sinnvoll eingesetzten Veredelung noch verstärkt werden. Momentan sind Naturpapiere in schönen Naturfarben und mit natürlicher Oberfläche im Trend. Die Ökologie und der Bezug zur Natur sind in der Schweiz bei Endkunden, Werbern und Agenturen ein grosses Thema.

Warum veredeln?

Für Renato Vögeli, Mitglied der Geschäftsleitung der Vögeli AG, Marketingproduktion & Druck in Langnau i. E. ist die Druckveredelung eine Möglichkeit, mehrere Sinne anzusprechen. Das Auge kann mit Lackeffekten und Metallfolien überrascht werden. Stanzungen und Spezialfalzungen bewegen die Menschen dazu, mit den Händen eine Aktion auszuführen und sich so intensiver mit der Drucksache, und damit mit der Botschaft zu beschäftigen und auseinanderzusetzen.Für Renato Vögeli ist es wichtig, dass ein Produkt auffällt, sich von der Masse abhebt und so Neugierde weckt. Erreicht werden kann dies mit der Materialwahl, der Veredelung oder mit speziellen Stanzungen und Formen. Mit der Veredelung können aber auch ganz gezielt Botschaften transportiert werden, die emotional berühren. Ebenso werden mit hochwertigen Druckprodukten Werte wie Stil, Einzigartigkeit und Hochwertigkeit vermittelt.

Was muss man beachten?

Für Philipp Stalder, Leiter Marketing und Verkauf der FO-Fotorotar AG in Egg bei Zürich, helfen neben dem relevanten Inhalt optische, haptische und olfaktorische Effekte mit, um Aufmerksamkeit zu generieren. Folgende Elemente sind wichtig, damit veredelte Druckprodukte bei den Empfängern punkten können: Der Druckträger muss die gewünschten Veredelungen zulassen. Wichtig ist auch, genügend Zeit für Konzeption und Ausführung einzuplanen, und im Budget müssen die Kosten für den Mehraufwand berücksichtigt sein.Die Veredelung soll die gedruckte Botschaft unterstützen und nicht um der Veredelung willen eingesetzt werden, ist auch Philipp Stalder überzeugt. So kann beispielsweise eine Laminage einen haptischen und optischen Effekt erzielen und gleichzeitig als positiver Nebeneffekt die Drucksache schützen und ihr damit zu einer längeren Lebensdauer verhelfen. Thermochrome Farben bieten nebst dem überraschenden Farbeffekt als Zusatznutzen Fälschungssicherheit, da deren Eigenschaften nicht kopierbar sind. So können Veredelungen den Gebrauchswert einer Drucksache erhöhen.

Auf die Wirkung kommt es an

Veredelte Drucksachen sollen wirken. Möglichst viele Sinne sollen aktiviert und die Empfänger mithilfe der Veredelung in den Bann gezogen werden. Die Aufmerksamkeit soll dabei auf das Angebot und nicht auf die Art der Veredelung gelenkt werden. Gleichzeitig können so den Empfängern die Werte des Anbieters und die Wertigkeit des Angebotes vermittelt werden. Nur ein rundum stimmiges Angebot wird Wirkung erzielen und nicht nur Aufmerksamkeit.

Zusammenspiel nicht immer voraussehbar

Das Zusammenspiel von Bedruckstoff, Druck und Veredelung ist nicht einfach und auch nicht immer vorhersehbar. Daher lohnt es sich, die Spezialisten bereits in der Konzeptionsphase ins Boot zu holen. Zeit und Kosten sind zwei Faktoren, die gerne in den Hintergrund gedrängt werden. Will man keine teuren Flops produzieren, dann zahlt es sich aus, den Druck einer hochwertigen Drucksache geplant anzugehen.Die seriöse Adressselektion ist ebenso Pflicht wie Verarbeitungstests und Testversände. Denn eines wäre schade, wenn nach dem gros­sen Einsatz aller Beteiligten ein Top-Druckprodukt verschmiert, zerknittert oder mit eingerissenen Kanten beim Empfänger eintreffen würde.

Praxistipps für veredelte Print-Erzeugnisse

-Genügend Zeit und Budget planen.-Frühzeitig Fachleute ins Boot holen.-Design, Materialien und Veredelung auf die Hauptbotschaft abstimmen.-Einfache Sprache wählen, die den Kundennutzen auf den Punkt bringt.-Botschaft und Wertigkeit müssen der Empfängergruppe entsprechen.-Testversand mit «scharfem» Material an Testadressen vor der Hauptproduktion.

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