Bundesamt für Kultur ehrt Suzanne Bartsch, Verena Huber und Beat Streuli

Das Bundesamt für Kultur zeichnet auf Empfehlung der Eidgenössischen Designkommission die Modeikone und Event Producerin Susanne Bartsch, die Innenarchitektin Verena Huber und den Künstler und Fotografen Beat Streuli mit dem diesjährigen Schweizer Grand Prix Design aus.

Innenarchitektin Verena Huber, Fotograf Beat Streuli und Stilikone Suzanne Bartsch.

Mit dem Schweizer Grand Prix Design werden seit 2007 Designerinnen und Designern von nationaler und internationaler Bedeutung ausgezeichnet. Er ist pro Person mit 40’000 Franken dotiert.  Die Preisübergabe findet im Rahmen der Verleihung der Schweizer Designpreise am 14. Juni 2022 in Basel statt.

Suzanne Bartsch: Prägende Stilikone

Susanne Bartsch, geboren in Bäretswil (ZH), erlangte 1989 internationale Bekanntheit, als sie zum ersten Mal ihren Love Ball – eine Wohltätigkeitsveranstaltung für die Aids-Forschung – veranstaltete. Dank ihren aussergewöhnlichen Outfits, expressiven Make-ups und ihrem einzigartigen Stil wurde sie zur Modeikone und Muse für unzählige Modedesigner. 2017 hat Netflix einen Dokumentarfilm über Susanne Bartsch veröffentlicht. Joy Ahoulou, Modeexperte der Eidgenössischen Designkommission, bezeichnet die frühe Kämpferin für die Rechte der LGBTQI-Community und die Anerkennung von Menschen mit HIV/Aids als «glanzvolles Gesamtkunstwerk» und «prägende Stilikone». Susanne Bartsch lebt und arbeitet in New York.

Verena Huber: Kompromisslose Forscherin der Wohnkultur

Die 1938 in Basel geborene Verena Huber hat sich als Innenarchitektin, Forscherin, Autorin und Lehrerin eingehend mit den Fragen des Wohnens und Sich-Aufhaltens befasst. Auf ihre ersten eigenen Arbeiten in den 1970ern folgten grössere Aufträge: Restaurants, Schiffe, Bibliotheken sowie die Innenraumgestaltung für Jakob Zweifels Schwesterhochhaus des Zürcher Universitätsspitals. Daneben schrieb sie viel über die Möglichkeiten und Grenzen der Innenarchitektur. Gemeinsam mit elf weiteren Innenarchitektinnen und Innenarchitekten gründete Verna Huber im Sommer 2021 das «Archiv Innenarchitektur Schweiz» (AI-S). Verena Huber habe sich in ihrer gesamten Schaffenszeit «von sinnentleerter Ästhetik und Konformität in jeder Hinsicht» ferngehalten, so Jörg Boner, Präsident der Eidgenössischen Designkommission. Verena Huber lebt und arbeitet in Zürich.

Beat Streuli: Bedeutender Fotograf für spektakuläre Installationen

Beat Streuli, 1957 in Altdorf geboren, besuchte Kunstschulen in Zürich und Basel und war anschliessend Gaststudent an der Hochschule der Künste in Berlin, wo er den Grossteil der 1980er Jahre verbrachte. Seine Arbeiten wurden erstmals 1986 im Aargauer Kunsthaus ausgestellt. Atelierstipendien an der Cité des Arts und der Fondation Cartier in Paris sowie am Istituto Svizzero in Rom ermöglichten ihm längere Aufenthalte in diesen beiden Hauptstädten. Es folgten zahlreiche Ausstellungen in Galerien und Museen im In- und Ausland. 2019 veröffentlichte er «Fabric of Reality», eines seiner bisher umfangreichsten Künstlerbücher. Für Tatyana Franck, Mitglied der Eidgenössischen Designkommission bis 2021, ist Beat Streuli einer der führenden Vertreter der Strassenporträtkunst: «Obwohl Stadtlandschaften den Hintergrund seiner Bilder bilden, stehen die Menschen und nicht die architektonischen oder strukturellen Elemente im Mittelpunkt seines Schaffens». Beat Streuli lebt und arbeitet in Wädenswil und Brüssel.

Arbeiten an Ausstellung zu sehen

Die Arbeiten der diesjährigen Preisträgerinnen und der Preisträger sind an der Ausstellung Swiss Design Awards zu sehen, die parallel zur Art Basel und Design Miami/ Basel stattfindet. Der Eintritt zur Ausstellung ist frei. Die Ausstellung, in deren Rahmen am 14. Juni die Schweizer Grand Prix Design 2022 überreicht werden, wurde weitgehend von den Preisträgerinnen und Preisträgern der Swiss Design Awards selber gestaltet. Zudem erscheint zu diesem Anlass eine umfangreiche Publikation zum Schweizer Grand Prix Design 2022 im Verlag Scheidegger und Spiess.

 

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