Adrienne Fichter von Republik gewinnt den Prix Transparence 2021

Mit amtlichen Dokumenten rekonstruierte sie bundesinterne Diskussionen über eine Privatisierung der elektronischen Identität und deckte einflussreiche Strippenzieher auf. Dafür wird die Republik-Journalistin Adrienne Fichter mit dem Prix Transparence 2021 ausgezeichnet.

Prix Transparence 2021Aus zehn von Öffentlichkeitsgesetz.ch nominierten Beiträgen kürte eine Fachjury den Republik-Beitrag zur besten Transparenzstory des letzten Jahres. Im Vorfeld der Volksabstimmung zur E-ID rekonstruierte Adrienne Fichter die Entstehungsgeschichte der umstrittenen Vorlage. In die Kritik gerieten Bundesverwaltung und Regierung, weil nach ihren Plänen nicht der Staat, sondern private Unternehmen Bürgerinnen und Bürgern den Identitätsausweis fürs Internet ausstellen sollten.

«Mit den Dokumenten konnte ich belegen, dass der helvetische Sonderweg einer privatisierten E-ID nicht von Beginn an in Stein gemeisselt war. Dahinter steckte ein jahrelanges Lobbying von Wirtschaftsverbänden», sagt die Journalistin. Diese Informationen seien vor der Abstimmung wichtig für die Meinungsbildung gewesen. An der Urne scheiterte die Vorlage.

Mit dem zweiten Platz geehrt wird eine Recherche von Tamedia-Journalist Roland Gamp. In seinem in der Sonntagszeitung erschienenen Beitrag enthüllt er gestützt auf interne Berichte Probleme bei der Kontrolle von Waffenausfuhren. Die Journalistin Stefanie Hablützel wurde mit ihrem im Beobachter erschienenen Artikel zum Bergsturz in Bondo GR mit dem dritten Platz ausgezeichnet. Mails, welche die Journalistin von der ETH Zürich herausverlangt hatte, belegen, dass die Behörden vor einem möglichen Naturereignis gewarnt waren.

Insgesamt hat Öffentlichkeitsgesetz.ch 96 Beiträge evaluiert, die 2021 mithilfe eines Öffentlichkeitsgesetzes realisiert worden sind. Zehn davon wurden für den Prix Transparence

nominiert.

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