Die Swiss-Photo-Jury revidiert ihre Entscheidung zur Preisvergabe

Nicht Roshan Adhihetty sondern Christian Bobst gewinnt den Preis in der Kategorie Reportage. Die Revision des ursprünglichen Jury-Entscheides von Januar wurde notwendig, weil die Arbeit von Roshan Adhihetty in einem grossen Ausmass künstlerischen Manipulationen unterliegt. Dies war der Jury im Januar in diesem Ausmass nicht bekannt und hätte zu einem anderen Resultat geführt.

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Die Organisatoren des Awards laden jährlich vor der Opening Night die Fotografen ein, sich gegenseitig die Arbeiten vorzustellen. Roshan Adhihetty ging dabei auf die künstlerischen Manipulationen an seiner Geschichte über das Nacktwandern ein. Diese reichen von Inszenierungen, über Angaben zur genauen Pose der Wanderer, bis hin zu digitalen Eingriffen, die das Entfernen und Einfügen von Personen betrifft.

Dieses Ausmass an Manipulation der herausragend stimmigen, künstlerischen Dokumentararbeit war der Jury im Januar nicht bewusst. Ein Ad-Hoc Gremium unter Leitung der Jurorin Melody Gygax, Bildchefin Basler Zeitung und weiter bestehend aus Reto Camenisch, Dozent am MAZ; Gian Vaitl, Fotograf vfg; Romano Zerbini, Leiter der Photobastei und des Swiss Photo Award – vfg.selection hat Mittwochabend und nach eingehender Diskussion erkannt, dass diese Arbeit mit Wissen um die umfassende künstlerische Intervention im Januar anders bewertet und nicht als Siegerarbeit ausgelobt worden wäre.

Die Arbeit von Roshan Adhihetty entspricht mit ihren Eingriffen nicht den grundsätzlichen journalistischen Prinzipien, die man selbstsprechend von einer in der Kategorie Reportage eingegebenen Arbeit verlangen muss.

Der Preis ist von der Jurorin deshalb an die Arbeit «Der Fels von Gnor» von Christian Bobst, Zürich, vergeben worden. Christian Bobst bringt in seiner klassischen Reportagearbeit entlang der Hauptperson, eines senegalesischen Wrestlers, die Welt dieser Sportart, ihre Verbindung auch zu Woodoo-Ritualen, ihre soziale Einbettung in die Stadtquartiere und deren Starkult und ökonomischen Hintergründe näher. Zudem zeigt es ein Afrika von Helden und setzt sich damit wohltuend von der sonst gewohnten Sichtweise auf den Kontinenten ab.

Die prämierten Bilder finden Sie hier.

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