Schweizer Bevölkerung sehnt sich nach Live-Events

87,5 Prozent der Schweizer Bevölkerung ziehen auch nach der langen, Corona-bedingten Veranstaltungs-Abstinenz Live-Events den digitalen vor. Allerdings wäre der Durchschnitt bereit, für Online-Versionen bis zur Hälfte des normalen Eintrittspreises zu entrichten.

57,8 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass digitale Veranstaltungen – zum Beispiel via Streaming oder Virtual Reality – solche vor Ort nicht ersetzen können. Das hat die Studie «Events Schweiz 2021» der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften ZHAW ergeben.

Je älter, desto lieber live dabei

Am wenigsten auf Live-Erlebnisse verzichten möchten die 45- bis 59-Jährigen: 90,9 Prozent von ihnen ist das Veranstaltungserlebnis vor Ort wichtig oder sehr wichtig. Das liegt 3,4 Prozentpunkte über dem Durchschnitt aller Altersgruppen.

Die Aufgeschlossenheit gegenüber digitalen Veranstaltungsformaten steigt mit sinkendem Alter: Von den 30- bis 44-Jährigen finden 88,8 Prozent das Dabeisein vor Ort wichtig oder sehr wichtig, von den 16- bis 29-Jährigen nur noch 85 Prozent.

Konzerte und Sport lieber nicht online

Dass der Wert von digitalen Veranstaltungen dennoch relativ hoch eingeschätzt wird, lässt sich an der Bereitschaft ablesen, dafür zu bezahlen: Am tiefsten in die Tasche greifen würden die Befragten für Online-Versionen von Theateraufführungen: 53,2 Prozent des Normalpreises wäre das dem Durchschnittskonsumenten wert.

Am anderen Ende der Skala rangieren Konzerte, deren digitale Version den Befragten im Schnitt nur 37,7 Prozent des Live-Preises wert ist. Knapp mehr, nämlich 37,9 Prozent des normalen Ticketpreises, dürften online-Sportveranstaltungen kosten. Eine Reduktion auf 38,8 Prozent fänden die Befragten für Musicals angemessen.

Klare Alterspräferenz nur bei Oper

Bei der Affinität der verschiedenen Altersgruppen zu bestimmten Arten von Veranstaltungen zeigte die Befragung eine erstaunliche Ausgeglichenheit. Ein deutlicher Ausschlag präsentierte sich nur in der Kategorie Oper: Auf einer Skala von 1 (schwache Affinität) bis 5 (starke Affinität) gaben die über 60-Jährigen für die Oper durchschnittlich 4,33 an, bei einem Gesamtdurchschnitt von 3,53. Am wenigsten Freude an der Oper haben die 30- bis 44-Jährigen mit einer Affinität von 3,42.

Am beliebtesten sind Konzerte mit einer Durchschnittsaffinität von 3,85, gefolgt von Musikfestivals (3,76), Sportevents (3,64), Oper (3,53), Musicals (3,51), Theater (3,4) und als Schlusslicht Messen (3,16). (SDA)


Die Studie basiert auf einer schweizweiten repräsentativen Online-Befragung, an der im Januar 2021 rund 1000 Personen teilgenommen haben. Durchgeführt wurde sie vom Institut für Marketing Management und dem Zentrum für Kulturmanagement der ZHAW School of Management and Law.

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