Weko genehmigt die UPC-Übernahme

Die Schweizer Wettbewerbskommission WEKO erhebt nach vertiefter Prüfung keine Einwände gegen die Übernahme von UPC Schweiz durch Sunrise und hat die Transaktion ohne Bedingungen oder Auflagen genehmigt.

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Die geplante Übernahme weckte das Interesse der Weko, die im Juni beschloss, die Transaktion vertieft zu prüfen (Werbewoche.ch berichtete). Nun ist dieser potenzielle Stolperstein aus dem Weg geräumt. Die Weko genehmigt ohne Bedingungen oder Auflagen die Übernahme.

Mit diesem Entscheid sieht Sunrise die eigene Auffassung bestätigt, dass die Transaktion dem Unternehmen erhebliche Wettbewerbsvorteile verschafft und zu einem noch stärkeren Wettbewerber macht. Aus der Transaktion soll nebst grossen Kosteneinsparungen insbesondere im Vorleistungsbereich erhebliches Cross-Selling-Potenzial resultieren. Dadurch soll die Transaktion auch ihren Aktionären einen substantiellen Mehrwert schaffen und die langfristige Profitabilität von Sunrise sichern.
 
«Mit der Genehmigung durch die Weko haben wir einen wichtigen Meilenstein auf dem Weg zu New Sunrise erreicht. Mit der Übernahme von UPC Schweiz durch Sunrise erhält die Schweiz den massgebenden Herausforderer im Telekommarkt und einen starken Partner für die Wirtschaft», sagt Olaf Swantee, CEO von Sunrise.
 
Die regulatorischen Hürden für den Vollzug der Transaktion sind somit beseitigt. In einem nächsten Schritt soll nun an der Generalversammlung, die voraussichtlich am 23. Oktober 2019 stattfinden wird, über die erforderliche Kapitalerhöhung beschlossen werden. Jedoch haben sich verschiedene Aktionäre, darunter auch der grösse Sunrise-Einzelaktionär Freenet, gegen die UPC-Übernahme ausgesprochen (Werbewoche.ch berichtete). Es sind also noch nicht alle Hürden aus dem Weg geräumt.

Freenet sieht keine Logik in der geplanten Übernahme

Wie die Handelszeitung in ihrer aktuellen Ausgabe schreibt, hat sich der Sunrise-Haupteigner Freenet kurz vor dem Entscheid der Weko erneut gegen eine Nachbesserung der Milliardendeals ausgesprochen. Ausserdem sagt der deutsche Telekomanbieter, dass er keine industrielle Logik mehr in der Übernahme von UPC sehe. 

Freenet-Chef und Sunrise-Verwaltungsrat Christoph Vilanek zur Ankündigung des Sunrise-Chefs Olaf Swantee, die Kapitalstruktur des Deals abzuändern: «Wir sind enttäuscht über das zaghafte Vorgehen; das ist kein Bekenntnis zu einem fundamentalen Strategiewechsel, sondern bloss ein Feigenblatt. Das Vorgehen zeigt, wie nervös das Management im Hinblick auf die ausserordentliche Generalversammlung ist». Zwar entspreche ein höherer Verschuldungsgrad von bis zum vierfachen Ebitda der UPC-Sunrise, wie er unter institutionellen Investoren kolportiert werde, durchaus einer ursprünglichen Forderung von Freenet. 

Doch sei die Situation nicht mehr dieselbe wie beim formellen Verhandlungsabschluss Anfang Jahr, so Vilanek: «Die industrielle Logik für die UPC-Transaktion ist heute nicht mehr gegeben. 5G ist mittlerweile ein ernst zu nehmender Kabelnetzersatz.» Man habe damals schlicht das riesige Potenzial von schnellem Mobilfunk in der Indoor-Internetnutzung unterschätzt. «Sunrise würde also bei einer Übernahme der UPC Schweiz in eine bereits veraltete Technologie investieren.» Damit reduziere sich die Payback-Zeit von geplanten zehn Jahren für das UPC-Netz massiv. «Der Deal rentiert schlicht nicht mehr.» (swi/pd)

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