Geoutete Sportler:innen als Gesicht der Eurogames Bern 2023

Mit Maja Neuenschwander, Christa Wittwer, Marco Lehmann und Curdin Orlik haben die EuroGames Bern 2023 vier prominente Botschafter:innen. Der Breitensportanlass mit 3500 Teilnehmenden findet im Juli 2023 in Bern statt und hat zum Ziel, LGBTIQ-Personen im Sport sichtbarer zu machen.

Maja Neuenschwander und Christa Wittwer sind offen lesbisch, Marco Lehmann und Curdin Orlik offen schwul. Die teils ehemaligen Spitzensportler:innen setzen sich ein für mehr Vielfalt und Inklusion im Sport und sind die Botschafter*innen der Eurogames Bern 2023.

Maja Neuenschwander ist ehemalige Schweizer Rekordhalterin im Marathon, Christa Wittwer ist fünffache Schweizermeisterin im Speerwerfen. Curdin Orlik und Marco Lehmann sind die ersten aktiven offen schwulen Spitzensportler in der Schweiz. Schwinger Orlik outete sich 2020 öffentlich, der Profibasketballer Lehmann ein Jahr später.

Die Eurogames Bern 2023 finden vom 26. bis 29. Juli statt. Erwartet werden 3500 Athlet:innen aus ganz Europa in 27 Sportarten von Badminton, Fussball, Leichtathletik und Volleyball bis hin zu Schach, Quidditch und Roller Derby.

Der Multisport-Anlass will LGBTIQ-Menschen (lesbisch, schwul, bisexuell, transgender, intergeschlechtlich, queer) im Sport sichtbarer machen und ist offen für alle – ein Anliegen, das den Botschafter:innen wichtig ist. Schwule Vorbilder im Sport habe es nicht gegeben, als er jung war, sagt Curdin Orlik. «Im Schwingen sowieso nicht. Und in anderen Sportarten auch nicht wirklich. Das hätte ich mir schon gewünscht.» Marco Lehmann würde es begrüssen, wenn auch heterosexuelle Teilnehmende an den EuroGames mitmachen würden: «Dadurch erleben sie, dass schwule Männer im Sport nichts Aussergewöhnliches sind.» Christa Wittwer ergänzt: «Ich war schon immer gegen Ausgrenzungen. Eine bunte Durchmischung ist mir wichtig.» Maja Neuenschwander sieht den Sport als einfaches, aber dennoch mächtiges Mittel, um Menschen zusammenzubringen: «Über den Sport finde ich unkompliziert Gemeinsamkeiten mit Menschen, mit denen ich im Alltag sonst keine Berührungspunkte hätte.»

LGBTIQ-Personen sollen im Sport sichtbar werden

Trotz steigender Akzeptanz gebe es nach wie vor ein Bedürfnis, innerhalb der Community einen Sportanlass zu haben. «Einerseits möchte man mit Gleichgesinnten Sport treiben», sagt Sebastian Süess, Leiter Eventbetrieb der EuroGames Bern 2023. Andererseits möchte man LGBTIQ-Personen im Sport sichtbar machen. «Man darf nicht vergessen, dass Teile der Community von einigen Disziplinen im Mainstream-Sport kategorisch ausgeschlossen werden, zum Beispiel intergeschlechtliche Menschen oder trans Frauen», sagt Süess.

«Auch ist es für viele schwule Männer in klassischen Mannschaftssportarten immer noch keine Selbstverständlichkeit, offen zu ihrem Partner und somit zu ihrer sexuellen Orientierung zu stehen.»

Die EuroGames Bern 2023 bieten neben männlichen und weiblichen Kategorien eine weitere für nicht-binäre Teilnehmende an. Zudem dürfen Athlet:innen in der Geschlechterkategorie antreten, mit der sie sich identifizieren.

Seit 1992 werden die EuroGames regelmässig ausgetragen, jeweils in einer anderen europäischen Stadt. Die Wettkämpfe stehen im Zeichen von Vielfalt und Inklusion und sind für alle Menschen ungeachtet ihrer Leistungsklasse offen, insbesondere auch für heterosexuelle. Als erste und bisher einzige Schweizer Stadt führte Zürich die EuroGames 2000 durch.


Die Anmeldung für die EuroGames Bern 2023 ist bereits offen: eurogames2023.ch

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