Die Wirtschaft braucht jetzt die Impulse durch Messen

Die Messewirtschaft ist vielleicht die am meisten geschädigte Branche der Wirtschaft. Kölns Messechefs Gerd Böse will im September wieder Messen durchführen. Jörn Holtmeier vom Auma sagt, die Wirtschaft braucht Messen für den Neustart.

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Jörn Holtmeier ist Geschäftsführer des Ausstellungs- und Messeausschusses Auma Berlin.

 

Die deutsche Messewirtschaft begrüsst die Vereinbarungen, die Bund und Länder getroffen haben, um das öffentliche Leben wieder in Gang zu bringen. Jetzt erwartet die Messewirtschaft auch eine zeitnahe Perspektive für ihren eigenen Neustart.

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Die über hundertjährige Anuga der Koelnmesse.

 

Messen sind keine Volksfeste

Messen werden vielfach im Zusammenhang mit Volksfesten, Open-Air-Festivals oder Sportveranstaltungen mit hohen Besucherzahlen gesehen. Aber das ist falsch. Der Geschäftsführer des Ausstellungs- und Messeausschusses Auma Berlin, Jörn Holtmeier, sagt dazu: «Messen sind Business-Plattformen und essenziell, um die Wirtschaft zügig und nachhaltig wieder in Gang zu bringen.» 

Messen können nach Überzeugung des Auma durch ihre Organisationsform und ihre Durchführung in speziell für diesen Zweck konzipierten Gebäuden die Voraussetzungen für den Gesundheitsschutz aller Beteiligten schaffen. Messen seien in der Lage, die Vorgaben des Robert-Koch-Instituts zu Hygiene und Abstandsregeln zu erfüllen. 

Fachmessen haben angesichts der variabel zur Verfügung stehenden Flächen eine weitaus geringere Dichte an Teilnehmern pro Quadratmeter als die meisten anderen Veranstaltungsformate. Denn Messebesucher bewegten sich individuell durch die Hallen und drängten sich nicht etwa um eine einzelne Bühne oder ein Spielfeld. Darüber hinaus haben die Messeveranstalter grosse Erfahrungen in der Steuerung von Besucherströmen. Der Verband Auma sagt weiter: «Messen könnten wichtige Impulse geben, die Einkaufsbereitschaft der schwer getroffenen Händler wieder zu stimulieren und die führende Position der Exportwirtschaft zu sichern.»

 

Wirtschaftliche Effekte

«Die Messewirtschaft erwartet, dass Messen bei künftigen Entscheidungen von Bund und Ländern als separater Veranstaltungstyp differenziert betrachtet werden», so Jörn Holtmeier. «Wir fordern einen Zeitplan für den Neustart, der berücksichtigt, dass Messen eine Vorlaufzeit von zwei bis drei Monaten haben.» 

Messen führen nach Berechnungen des ifo-Instituts jährlich zu Produktionseffekten von über 28 Milliarden Euro in der gesamten deutschen Wirtschaft, vor allem in den Regionen rund um die Messestädte. Diese Impulse braucht auch die jeweilige regionale Wirtschaft nach Auffassung des Auma dringend, von Hotels und Gaststätten über Einzelhandel, Verkehrsbetriebe bis zum Handwerk. 

Messen sind eine wichtige Säule, um die Wirtschaft und das Gewerbe wieder zu beleben. Jeder Euro, der auf Messen ausgegeben wird, verursacht wirtschaftliche Effekte von zwischen 6 und 8 Euro. Dazu kommen die Geschäfte der Aussteller, die sich nicht erfassen lassen und mindestens ebenso hoch sind. Ein Messeeuro bewirkt also rund 15 Euro gesamtwirtschaftliche Effekte. Diese werden jetzt dringend benötigt.

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