Tiktok im Visier von EU-Konsumentenschützer

Die beliebte Kurzvideo-App Tiktok gerät ins Visier europäischer Konsumentenschützer. Der europäische Verband Beuc reichte am Dienstag eine Beschwerde über das Videoportal bei der EU-Kommission und dem Netzwerk nationaler Verbraucherschutzbehörden ein.

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«Tiktok lässt seine Benutzer im Stich, indem ihre Rechte massenhaft verletzt werden», sagte Generaldirektorin Monique Goyens. «Kinder lieben Tiktok, aber das Unternehmen versagt darin, sie zu schützen.»

Konkret bemängeln die Konsumentenschützer etwa, dass Kinder und Jugendliche nicht ausreichend vor versteckter Werbung und potenziell schädlichen Inhalten geschützt würden. Auch sei das Vorgehen bei der Verarbeitung persönlicher Daten irreführend.

Mehrere Klauseln der Nutzungsbedingungen seien unfair. Man erwarte, dass die Behörden die Tiktok-Praktiken umfassend untersuchten und dagegen vorgingen, teilte Beuc am Dienstag mit. Zudem würden die nationalen Behörden dazu gedrängt, etwas zu unternehmen.

Laut Tiktok-Nutzungsbedingungen musst man mindestens 13 Jahre alt sein, um Tiktok nutzen zu dürfen. Anwender unter 18 Jahren benötigen offiziell die Einwilligung eines Erziehungsberechtigten, diese wird jedoch von den Betreibern der Anwendung nicht tatsächlich eingeholt.

 

TikTok reagiert auf Vorwürfe

Die Kurzvideo-App reagiert auf die Beschwerden und erklärt, dass sie laufend an der Verbesserung der Sicherheit arbeite. «Die Sicherheit unserer Community, insbesondere unserer jüngeren Nutzer*innen, und die Einhaltung der Gesetze der Länder, in denen wir tätig sind, ist eine Verantwortung, die wir unglaublich ernst nehmen», so eine Sprecherin. «Deshalb haben wir eine Reihe von wichtigen Schritten unternommen, darunter auch, dass alle Konten von Nutzer*innen unter 16 Jahren standardmässig auf privat gesetzt sind.»

Ausserdem habe TikTok eine In-App-Zusammenfassung der Datenschutzrichtlinien mit einem Vokabular entwickelt, das es Teenager*innen leichter machen soll, den Datenschutz-Ansatz der App zu verstehen. Aussagen der Sprecherin zufolge habe TikTok den BEUC kontaktiert begrüsse ein Treffen mit dem Verband, um die Bedenken anzuhören. (SDA/pd/swi)

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