So kam der Detailhandel durch die Corona-Krise

Der 31. Detailhandelsdokumentation von GfK zufolge hat die Pandemie im Detailhandel in vielen Bereichen als Katalysator gewirkt. Die Zeichen für den Detailhandel Total 2021 stehen auf Stabilität nach einem bereits sehr starken Vorjahr. Die Schweizer Bevölkerung möchte auf entschleunigende Aspekte aus dem Lockdown, wie Heimlieferung und Onlineshopping auch in Zukunft nicht verzichten.

Nach leichtem Wachstum im Jahr 2019 wirkte die Pandemie als zusätzlicher Beschleuniger und der Schweizer Detailhandel wuchs insgesamt erneut um 2,6 Prozent. Mit einem gesamthaften Detailhandelsumsatz von 99,1 Milliarden nähert sich der Detailhandel der 100-Milliarden-Grenze so nahe wie noch nie.

Die Gewinner im Onlinehandel

Nach einem bemerkenswerten Umsatzwachstum von 12,4 Prozent nimmt Coop erstmals seit Publikation der GfK Detailhandelspublikation aus Konsumentensicht den vordersten Platz ein. Die Top-10-Liste der Schweizer Detailhändler mit Umsatzveröffentlichung ist seit dem Vorjahr grösstenteils unverändert. Wie im Jahr 2020 befinden sich unter den Top 10 neun Schweizer Konzepte. Einzig Ikea schafft es neben den Schweizern in die Top 10 der Firmen mit Umsatzmeldung für die Publikation. Digitec Galaxus, der einzige digitale Pureplayer in der Rangliste, erzielte 2020 ein überdurchschnittliches Umsatzwachstum von 56,4 Prozent.

Nicht alle Märkte profitierten

Der Food-Markt war ein grosser Gewinner in der Pandemie. Dies durch die Schliessungen von Restaurants und eingeschränktes Cross-Border-Shopping.

Grosser Gewinner im Non-Food-Markt war Heimelektronik gefolgt von DIY. Auch Wohnungseinrichtung und Spielwaren konnten erfreuliche Zuwächse verzeichnen, der Sportmarkt stagnierte und Fashion war negativ. In diesem Zusammenhang ist wichtig zu erwähnen: Auch wenn die Märkte zum Teil stark wachsen konnten, bedeutet dies nicht, dass alle Retailer davon profitiert haben.

Convenience bleibt, das physische Erlebnis wird wieder wichtiger

Bei den Konsumenten kehrt langsam die Lust auf Erlebnisse zurück – das führt zu Dynamiken in gegenläufige Richtungen. Im Bereich Vereinfachung oder Convenience lässt sich feststellen, dass rund zwei Drittel der befragten Konsumenten sagen, dass sie in der letzten Woche online eingekauft haben. Ein Drittel aller Befragten will in Zukunft Heimlieferung noch intensiver nutzen, was neue Konzepte im Logistikbereich nötig macht. Spannend ist jedoch auch die Gegenseite, das physische Erlebnis wird auch wieder wichtiger: Es lässt sich feststellen, dass Konsumenten wieder öfter sagen, in Zukunft mehr in den stationären Handel gehen zu wollen. Lag dieser Anteil vor kurzem erst noch bei rund zwei Drittel, sagen dies inzwischen bereits jeder dritte von vier Konsumenten.

Online-Business weiter im Wachstum

Das Wachstum Online wurde 2020 zusätzlich begünstigt durch die Lockdowns. Die fehlende stationären Einkaufsmöglichkeiten, höhere Nachfrage nach Heimelektronikgeräten und das immer grössere Angebot der grossen Player – national wie international – waren weitere Folgen und Wachstumstreiber. Der Onlineanteil am Detailhandel Schweiz steigt 2020 auf knapp 12 Prozent – ohne Ausland.

Wie geht es 2021 weiter?

Für das Jahr 2021 rechnet GfK netto mit einer Stabilisierung gegenüber 2020. Nach einem wachsenden ersten Quartal, das im Vorjahr nur gering durch die Pandemie beeinflusst wurde, dürften sich das zweite und dritte Quartal stabil entwickeln. Für das vierte Quartal geht GfK von einer weitestgehenden Rückkehr zur Normalität, inklusive wieder verstärkter Reisetätigkeit und Möglichkeit zu Cross-Border Shopping, aus.

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