Migros hat an Beliebtheit eingebüsst

Migros ist vor Coop nach wie vor die mit Abstand beliebteste Adresse für den Einkauf von Lebensmitteln. Allerdings hat Migros im Gegensatz zu Coop in den letzten Jahren an Beliebtheit eingebüsst. Boden gut gemacht haben dagegen vor allem Aldi und Lidl, wie eine Studie von Marketagent Schweiz zeigt.

Der Studie zufolge punkten die Discounter in erster Linie beim Preis-Leistungs-Verhältnis – dem für die Befragten zudem wichtigsten und somit entscheidenden Kriterium. Ausserdem zeigen die Konsumenten für die Zeit nach Corona weniger Appetit auf Einkäufe im grenznahen Ausland.

Im Rahmen der Studie wurden vom 10. bis 18. März 2021 insgesamt 1’010 Personen im Alter von 14 bis 65 Jahren aus der Deutsch- und Westschweiz online befragt, die mindestens einen der abgefragten Detailhändler namentlich kennen. Nach wie vor gehen

Preis muss stimmen

Konsumentinnen und Konsumenten für den Einkauf von Lebensmitteln bevorzugt in die Migros. Unter den abgefragten Detailhändlern wird sie mit 47 Prozent klar am häufigsten als Lieblingsunternehmen bezeichnet. Allerdings hat Migros im Vergleich zu 2016 und 2011 signifikant an Beliebtheit verloren. Auf Migros folgt mit deutlichem Abstand Coop (27%). Im Unterschied zur Migros hat Coop jedoch gegenüber 2016 an Beliebtheit gewonnen. Auf Platz drei und vier rangieren Lidl und Aldi mit 9 respektive 7 Prozent. Die beiden deutschstämmigen Discounter haben im Vergleich zu 2016 beziehungsweise 2011 signifikant an Beliebtheit gewonnen, wenn auch auf vergleichsweise tiefer Basis.

Wichtigstes Kriterium beim Einkaufen alltäglicher Güter ist seit Jahren das Preis-Leistungs-Verhältnis. 90 Prozent stufen das Preis-Leistungs-Verhältnis als (sehr) wichtig ein (Top-2-Werte 4 und 5 auf einer Skala von 1=überhaupt nicht wichtig bis 5=sehr wichtig).

Der bisherige Preis-Leistungs-Sieger Migros bekommt bei diesem wichtigen Kriterium allerdings Konkurrenz. Aldi liegt mit 74 Prozent Top-2-Box-Wert in der aktuellen Studie gleichauf mit Migros, dicht gefolgt von Lidl mit 73 Prozent. «Auffallend ist, dass die beiden Discounter über die Zeitachse gesehen in beachtlichen Schritten zugelegt haben, während der Wert für Migros bröckelt. So hat Migros im Vergleich zu 2016 einen und im Vergleich zu 2011 sogar 7 Prozentpunkte verloren. Aldi hingegen hat seit 2011 vierzehn Prozentpunkte gewonnen», führt Dr. Cornelia Eck, Geschäftsführerin von Marketagent.com Schweiz aus.

Corona rückt Thema Sauberkeit in den Blickpunkt

Auf saubere Filialen und Zuverlässigkeit (Verfügbarkeit der Produkte) legen Konsumentinnen und Konsumenten seit Jahren ein hohes Augenmerk. Beide Kriterien hatten in der Vergangenheit zwar an Gewicht verloren, sind heute (Sauberkeit: 89%; Zuverlässigkeit: 85%) aber signifikant wichtiger geworden im Vergleich zu 2016 (85% beziehungsweise 80%). «Dass die Konsumentinnen und Konsumenten aktuell solch einen hohen Wert auf Sauberkeit und Verfügbarkeit der Produkte legen, dürfte klar auf Corona zurückzuführen sein», sagt Cornelia Eck.

Nach Corona: Weniger Produkte von «ennet der Grenze»

Wer im grenznahen Ausland einkauft, der tut dies vor allem, um zu sparen. Günstige Preise werden mit 61 Prozent am häufigsten als Grund genannt, um für den täglichen Bedarf über die Grenze einkaufen zu gehen.

In der Zeit vor Corona, so schätzen die Befragten, seien etwa 16 Prozent ihrer eingekauften Produkte des täglichen Bedarfs auf im Ausland eingekaufte Ware gefallen. Für die Zeit nach Corona rechnen sie damit, dass dieser Anteil nur noch 12 Prozent betragen werde, sich also deutlich verringern wird. Hier zeigt sich eine Chance für den Schweizer Detailhandel. Denn wie schnell und stark sich der Einkaufstourismus wieder auf das Niveau vor Corona einpendelt, dürfte auch mit den Reaktionen der Schweizer Detailhändler zusammenhängen.

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