«Marketeers müssen drei Dinge bekämpfen: Ungeduld, Offenheit für alles Neue, Plattform-Vielfalt»

MK Hat die Digitalisierung das moderne Marketing komplexer gemacht?BODMAR KIPP Am Beispiel Mobile lässt sich das wie folgt erklären: in der ersten Phase wurde durch das neue Device Unsicherheit und technische Herausforderungen  geschaffen, d.h. die Komplexität hat zugenommen. In der zweiten Phase haben Softwarefirmen wie z.B. HubSpot Lösungen entwickelt die halfen die Anwenderfreundlichkeit zu verbessern […]

Bild 2 Kipp BodnarMK Hat die Digitalisierung das moderne Marketing komplexer gemacht?BODMAR KIPP Am Beispiel Mobile lässt sich das wie folgt erklären: in der ersten Phase wurde durch das neue Device Unsicherheit und technische Herausforderungen  geschaffen, d.h. die Komplexität hat zugenommen. In der zweiten Phase haben Softwarefirmen wie z.B. HubSpot Lösungen entwickelt die halfen die Anwenderfreundlichkeit zu verbessern und damit wurde auch die Komplexität reduziert. Diese Aussage lässt sich auf die Digital-Domänen Social oder Analytics sinngemäss übertragen.MK Wo sehen Sie das grösste Performance-Potential im Digital-Marketing?KIPP Ich sehe v.a. zwei Bereiche die beträchtliches Potential repräsentieren. Einerseits ist es die Verschiebung vom klassischen E-Mail hin zu Messenger-Lösungen wie Facebook und andere. Die Verlagerung in Richtung Realtime erklärt sich mitunter dadurch, dass mittlerweile zu viele e-Mails unbeantwortet bleiben oder zu spät beantwortet werden. Der zweite Bereich betrifft Content wo eine massive Veränderung von Text zu Video passiert – ein Medium das Dank youtube grossen Zuspruch hat.MK Wo sehen Sie die zwei grössten Herausforderungen im Digital-Marketing?KIPP Eine grosse Herausforderung ist das Marketing-Reporting. Die wichtigsten Metriken müssen heute mühsam zusammengetragen werden, da die Datenquellen dispers sind wegen der Plattform-Vielfalt (Software-Wildwuchs). Die zweite Herausforderung sehe ich im Bereich Rekrutierung: Marketing- und Ingenieur-Talente sind knapp.MK Und zum Schluss Ihre Schlüsselbotschaft für die Marketing-Community?KIPP Marketeers müssen drei Dinge bekämpfen: Ungeduld, Offenheit für alles Neue, Plattform-Vielfalt. Etwas mehr Geduld hilft eine mittelfristige Perspektive einzunehmen und nicht alles dem schnellen Erfolg unterzuordnen. Fokussierung auf wenige, relevante Trends hilft Dinge auf den Boden zu bringen und die Vereinheitlichung der Plattformen hilft Tempo zurückzugewinnen und das Kundenerlebnis zu verbessern.Grosses Kino von den zwei HubSpot-Gründern Brian Halligan, CEO und Dharmesh Shah, CTO haben exemplarisch an der Firmenentwicklung von HubSpot der letzten zehn Jahre aufgezeigt, welche Fehler zu vermeiden sind und welche Erkenntnisse für die gesunde Entwicklung einer Firma zu beachten sind. Viele Aussagen haben direkt mit dem veränderten Verständnis von Marketing und Verkauf zu tun. Speziell gefallen hat die Aussage von Dharmesh, dass Finanzkennzahlen ein tauglicher Begleiter für quantitatives Wachstum sind – gefragt wird aber immer mehr ein qualitatives Wachstum, also „from grow bigger to grow better“,Mit dem morgigen Konferenztag stehen wieder spannende Präsentationen an und natürlich sind wir alle gespannt auf den Auftritt der früheren First Lady Michelle Obama.Inbound 2017 BostonUnser Korrespondent Christoph Oggenfuss schreibt diese Woche täglich von der Inbound 2017 Marketing Konferenz in Boston. Mit 21’300 Teilnehmenden aus ca. 100 Ländern und fast 300 Speakern ist die Inbound wohl die grösste Marketing-Konferenz weltweit.
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