SRF: Mehr Reichweite dank Second-Screen-Aktivitäten

SECOND SCREEN Am dritten Insiderlunch der Interessengemeinschaft elektronische Medien IGEM zum Thema Second Screen und Social Media stellte SRF die Erfahrungen mit ihren Anwendungen vor. Im Zentrum der Ausführungen von Romain Haenni standen die Sendungen «Die Millionen-Falle» und «The Voice of Switzerland». Romain Haenni, SRF Multimediazentrum präsentiert im Zunfthaus zum Rüden die Zahlen der Social-Media-User […]

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Romain Haenni, SRF Multimediazentrum präsentiert im Zunfthaus zum Rüden die Zahlen der Social-Media-User (Bild: Oscar Alessio)Beliebteste Anwendung war die Musiksendung «The Voice of Switzerland», die ja auch ein entsprechend hohes Onair-Rating erzielte. An diesen Sendungen beteiligten sich im ersten Quartal 2013 im Durchschnitt jeweils 35’000 Personen, bei den abschliessenden drei Livesendungen waren es sogar 50’000.Jurymitglied oder QuizbattleDabei bestand auch die Möglichkeit, als virtuelles Jurymitglied mitzuwirken. Auf das Ergebnis hatten diese Votings zwar keinen Einfluss. Wer mitmachte, konnte aber schon vor Bekanntgabe des Ergebnisses den Trend beim Online-Publikum mitverfolgen.Speziell interessant ist die Begleitung über einen Second Screen natürlich für ein Quiz. Bei der Millionenfalle haben sich jeweils im Durchschnitt 5000 Personen eingeloggt und sich dann gegeneinander gemessen.Promotion ist entscheidendWichtig für den Erfolg von Second-Screen-Anwendungen ist insbesondere die Promotion. So nahm am 11. November 2013 die Zahl der Mitspielenden bei der Millionenfalle auf einen Schlag um rund 1000 Personen zu, nachdem eingeblendet wurde, dass 68 Prozent aller Online-Spieler diese Frage überstanden hätten.Da ja alle Mitspielenden eingeloggt sind und dazu diverse Angaben zur Person machen müssen, sind auch beliebige Auswertungen möglich wie zum Beispiel der Anteil der Männer oder Frauen, die noch dabei sind oder aus welchen Kantonen am meisten Spielende mitmachen usw. Speziell attraktiv war auch die Möglichkeit, sich als Online-Kandidat für ein Teilnahme im Studio qualifizieren zu können.Quiz-Sendungen für Second Screen geeignetFür begleitende Aktivitäten auf dem Second Screen eignen sich vor allem Quiz-Sendungen, die aber auf einfachen Frage-/Antwort-Paaren basieren müssen.Bei Livesendungen ist es vor allem das Diskutieren des laufenden Geschehens. Bei Dokumentar- und Fiktionsprogrammen stehen dagegen weitergehende Informationen zur Sendung im Vordergrund.Höhere Reichweite dank Second ScreenFür SRF haben sich die Aktivitäten in einer höheren Nutzung in der Zielgruppe 15 bis 49 Jahre niedergeschlagen. So stiegen die Reichweite um 45 und der Marktanteil 18 Prozent.Qualitativ wird durch Second-Screen-Aktivitäten eine stärkere Integration der Zuschauer und eine bessere Markenloyalität erreicht.App beliebter als WebsiteBezüglich der Zugangstechnologie hat sich gezeigt, dass die App weit beliebter ist als die Website. Machten anfangs noch 65 Prozent über die Website mit, hat sich dieser Anteil sehr schnell auf 15 Prozent reduziert. Der Rest erfolgt über eine App deren Entwicklung nach Aussagen von Romain Haenni schnell einmal etwa so viel wie ein Mittelklassewagen kostet.Nicht zu unterschätzen ist auch der Personalaufwand. So wurden die Ausstrahlungen von «The Voice» durch fünf und der Millionenfalle durch zwei Personen begleitet, die direkt in der Sendeleitung sassen.App für jedes einzelne Programm?Für die Zukunft stellen sich allerdings noch Fragen. So muss sich ein Sender überlegen, ob es sinnvoller ist, eine adaptierbare App für den Sender oder für jedes einzelne Programm anzubieten. Denn die Senderapp ist für die Werbung eher ungünstig, da sie vergleichsweise kleine Nutzerzahlen generiert.Für SRF stellen sich auf Grund des Werbeverbotes im Internet zudem noch teilweise knifflige Definitionsfragen. Auf der andern Seite ist bei eingekauften Formaten (wie bei der Millionenfalle) die App immer häufiger Teil des Lizenzpaketes.
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