Kuble lanciert Metaverse Academy mit zwei Lehrgängen

Um das Verständnis für das Metaverse zu fördern, hat Kuble die Metaverse Academy lanciert. In zwei Lehrgängen möchte die Zürcher Agentur anhand von immersiven Methoden Fachwissen zur neuen Technologie vermitteln. m&k hat mit Initiator Gustavo Salami gesprochen.

Die Agentur Kuble hat früh erkannt, dass sich mit dem Metaverse und dem Web3 in der Online-Welt weitreichende Veränderungen abzeichnen. Das Team hat deshalb bereits im Jahr 2021 erste Events durchgeführt und virtuelle Räumlichkeiten bezogen.

Aufgrund der grossen Nachfrage nach Wissen, das den Einstieg erleichtert und das Verständnis der neuen Technologie ermöglicht, lanciert die Agentur die Metaverse Academy. Expert:innen aus verschiedenen Bereichen vermitteln in Lehrgängen ihr Fachwissen und verwenden dafür immersive Methoden: Alle Teilnehmenden tragen eine Oculus-Brille und man trifft sich für den Unterricht jeweils mittags von 12:30 bis 13:15 Uhr im Horizon Workroom. Alle Lehrgänge werden mit einer NFT-Zertifizierung abgeschlossen.

Am 3. Mai startet der Lehrgang «Relationship Economy & Metaverse». Er besteht aus vier Modulen und richtet sich an Personen, die sich für eine neue Ära im Dialog-Marketing interessieren. «In einer Relationship Economy sind es Beziehungen, Glaubwürdigkeit und Vertrauen, die den Wert von Angeboten ausmachen», erklärt die Expertin Marion Marxer. «Wie können wir das Metaverse nutzen, um unsere Beziehungen und Glaubwürdigkeit zu stärken? Genau das zeigen wir im Metaverse.»

Der Lehrgang «Web3 & Metaverse Strategist» startet am 30. Mai. In sechs Modulen wird unter anderem über die Erstellung eines Avatars, die Funktionsweise von Wearables und NFTs oder die Konzeption und Umsetzung von konkreten Use Cases gesprochen. Die Teilnehmenden sollen lernen, das neue Umfeld strategisch zu beurteilen. Ab dem 27. Juni gibt es diesen Lehrgang auch auf Englisch.

Die Lobby der Academy im Metaverse. (Bild: Kuble)

INTERVIEW

«Wir möchten Pioniere sein für eine neue Art der Wissensvermittlung»

Gustavo Salami, Gründer und Partner der Zürcher Agentur Kuble, spricht mit Anna Kohler von m&k über die neu gegründete Metaverse-Academy. 

Anna Kohler: Gustavo Salami, als Gründer und Partner von Kuble haben Sie jüngst die Metaverse-Academy gegründet und konzipiert. Wie hat das angefangen?

Gustavo Salami: Seit wir im November 2021 Land auf Decetraland gekauft haben, sind wir als Agentur in das Thema eingetaucht und haben uns intensiv damit auseinandergesetzt. Dabei wurde uns bewusst, wie unterschiedlich und limitiert das Verständnis für das Thema ist – gleichzeitig ist das Interesse sehr gross. So wurde uns schnell klar, dass es eine Akademie braucht, um entsprechendes Wissen zu vermitteln. Wir vier Partner haben dann entschieden, die Idee weiterzuverfolgen. Ein Monat später stand die Akademie.

 

Sie bieten ab Mai zwei Lehrgänge an. An wen ist das Angebot gerichtet?

Grundsätzlich an alle Leute, die neugierig sind und das Metaverse besser verstehen möchten – sowohl privat, als auch beruflich. Die ersten beiden Lehrgänge haben einen Bezug zur Kommunikationsbranche. Es werden aber bald weitere Lehrgänge dazukommen, die auch andere Branchen ansprechen. Vorwissen ist keines vorausgesetzt. Aber weil der Unterricht mit der Oculus VR-Brille stattfindet, sollte man bereits eine Brille besitzen oder sich anschaffen und möglichst bald erste Erfahrungen sammeln damit.

 

Die Teilnehmenden tragen Oculus-Brillen und treffen sich in immersiven Räumen. Wie darf ich mir das vorstellen?

Wir haben uns für zwei Metaverse-Applikationen entschieden. Einerseits Workrooms von Meta und andererseits für Spatial. Workrooms ist hinsichtlich der Avatare und des Raumempfindens besser. Spatial hingegen hat bessere Features, um die neuen Möglichkeiten der virtuellen Welt zu nutzen. Man kann es sich so vorstellen, dass alle zusammen in einem virtuellen Raum sind, sich gegenseitig sehen und miteinander kommunizieren können. Wie ein Schulungsraum – aber im Metaverse.

 

Nach Abschluss der Module gibt es ein NFT-Zertifikat. Wird das anerkannt oder brauche ich da noch eine klassische Version?

Wenn jemand eine klassische Version möchte oder braucht, können wir das natürlich auch machen. Hier geht es darum, die Teilnehmer mit der Thematik vertraut zu machen. Um das NFT zu erhalten, müssen sie gewisse grundsätzliche Web3-Themen verstanden haben.

 

Ist das Metaverse ein relevantes Marketingtool der Zukunft – oder nur ein kleiner Fluss im Strom der Marketing-Massnahmen?

Das Metaverse wird eine wichtige Rolle in unserem Leben und somit auch im Marketing haben. Zurzeit kann kaum Werbung geschaltet werden, so wie wir es uns gewohnt sind. Aber es gibt auf dezentralen Plattformen wegen der Blockchain natürlich viele neue Möglichkeiten mit Wearables und NFTs für die Avatars. Viele klassische Marketing-Massnahmen werden damit sicherlich ersetzt. Andere Marketing-Massnahmen, die wir heute schon kennen, werden im Metaverse zum Einsatz kommen, sobald gute Reichweiten erzielt werden können und sich gewisse Standards etabliert haben.

 

Wie schätzen Sie das Metaverse und seine Folgen für die Welt ein? Werden wir alle irgendwann nur noch als Avatare im Metaverse leben und unsere analoge Welt veröden lassen?

Nein, im Gegenteil: Die analoge Welt wird durch die virtuelle Welt interessanter und umgekehrt. Es hängt aber natürlich davon ab, ob die Pioniere des Metaverse – also unter anderem Unternehmen und Agenturen – es mit ihren Use Cases schaffen, möglichst viele Leute anzusprechen und zu begeistern.

 

Wer vorne mitspielen möchte, kommt also nicht mehr am Metaverse vorbei.

Es war schon immer so, dass Unternehmen in Schwierigkeiten geraten, wenn sie den technologischen Wandel verpassen – nicht erst seit dem Internet. Wer früh dabei ist, verschafft sich Vorteile. Und man muss Fehler machen, um dazuzulernen und sich weiterzuentwickeln. Zurzeit hat man auch noch in fast jeder Branche einen First-Mover-Advantage.

 

Wo sehen Sie die Metaverse-Academy in der Zukunft? Was ist die Vision?

Unsere Vision ist es, Leute zu inspirieren, die voneinander und miteinander lernen möchten. Das Metaverse ist nicht nur ein Lernobjekt, sondern auch ein Lerninstrument. Insofern möchten wir Pioniere sein für eine neue Art der Wissensvermittlung und wir sind diesbezüglich offen für den Austausch mit Schulen und Universitäten.

 

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