Musikindustrie verdoppelt Umsätze bis 2030

Die Corona-Krise belastet zwar auch die Musikindustrie, auf lange Sicht darf sich die Branche aber auf satte Umsatzzuwächse freuen, wie eine Analyse von Goldman Sachs zeigt.

Umsätze

Der Studie zufolge sollen die weltweiten Einnahmen schon in zehn Jahren auf 142 Milliarden Dollar klettern – nahezu das Doppelte des Ergebnisses aus 2019. Getrieben wird das Wachstum vor allem vom Streaming-Markt, der bis 2030 rund 1,2 Milliarden Kunden erreichen soll.

 

Starker Rebound-Effekt erwartet

«Die Umsätze der Musikindustrie werden im Geschäftsjahr 2020 global gesehen wohl um bis zu 25 Prozent einbrechen», zitiert CNBC aus der Analyse der US-Investmentbank. «Besonders hart» soll es den Bereich der Live-Musik treffen, wo aufgrund der anhaltenden Corona-Drohkulisse mit vielen Terminverschiebungen und Konzertabsagen gerechnet werden muss. «Hier könnte es in diesem Jahr zu einem Umsatzeinbruch von 75 Prozent kommen», erklären die Goldman-Sachs-Experten.

Die schlechtere kurzfristige Entwicklung würde allerdings insgesamt betrachtet durch eine äusserst positive längerfristige Perspektive wieder wettgemacht. «Wir erwarten einen starken Rebound-Effekt, der von einem lang anhaltenden Wachstum bei Streaming-Angeboten, einer allgemein zunehmenden Nachfrage nach Musik-Inhalten und Live-Events sowie neuen Möglichkeiten bei der Lizenzierung und förderlichen regulatorischen Bedingungen getragen wird», so die Einschätzung.

 

Grosse Labels als Hauptprofiteure

Laut Goldman Sachs werden die globalen Einnahmen der Musikwirtschaft bis zum Ende des Jahrzehnts auf 142 Milliarden Dollar ansteigen, was einen Zuwachs von 84 Prozent zum entsprechenden Vergleichswert aus 2019 darstellt, der sich bei 77 Milliarden Dollar eingependelt hat. Bis dahin soll der Online-Markt für Streaming-Services dann 1,2 Milliarden Nutzer erreichen – das wären beinahe viermal so viele zahlende Kunden wie im Vorjahr (341 Millionen Nutzer).

Als Hauptprofiteure dieses deutlichen langfristigen Aufwärtstrends werden von den US-Analysten insbesondere grosse Labels wie die Universal Music Group und Sony Music ausgemacht. «Die Plattformen dieser Unternehmen profitieren am stärksten vom Streaming-Boom und dessen riesigen Mengen an Kundendaten. Der Konkurrenzkampf wird sich aber auch hier vermutlich noch intensivieren», heisst es im Bericht. (pte)

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