«Artificial Intelligence is here to stay» – aber wir stehen gerade erst am Anfang

Am Mittwoch erhielten rund 150 Vertreter der wichtigsten Schweizer Agenturen und Werbetreibenden im Zürcher Impact Hub vertiefte Einblicke in das Thema Artificial Intelligence (AI). Speaker verschiedener Institutionen wie Adello, Alibaba, PHD, SBB oder die Zürcher Stadtpolizei zeigten auf, welchen Nutzen sie heute aus AI ziehen und wie die Zukunft aussehen könnte.

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Während der Referate war im Publikum das Wort Magic mehrfach gefallen: AI ist für viele Science Fiction, hat aber fast unmerklich verschiedene Lebensbereiche erobert. Die Werbebranche stehe aber erst gerade am Anfang, zeigte Adello Country Manager Sandor Laczko in seiner Einleitung auf. Während die Unicorns im Silicon Valley AI zu einem Leitthema gemacht haben, sei Adello bis anhin das einzige Schweizer Unternehmen in seinem Sektor, das auf diese Technologie setze. Machine Learning sei dank steigenden Datenvolumen und Rechenleistung erst gerade möglich geworden. Laczko betonte, neben den Algorithmen auch stets die ethischen und Sicherheits-Aspekte im Auge zu behalten.

Dass wir erst am Anfang stehen, bestätigt auch Oliver Schönfeld, Managing Director von PHD. In seinem Vortrag «Merge – The closing gap between technology and us» zeigt er auf, wie menschliche und künstliche Intelligenz zunehmend verschmelzen. Der Höhepunkt werde in den nächsten 30 Jahren erreicht, die Beschleunigung aber inkrementell zunehmen. «Mehr als 50 Prozent aller europäischen Unternehmen wissen heute mit Machine- und Deep Learning noch wenig bis nichts anzufangen.» Dabei sei es gerade im Marketing-Bereich wichtig, neue Technologien zu nutzen und AI als Brand Building-Tool zu sehen. «Wer den besten Algorithmus hat, gewinnt».

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Diesen Ansatz verfolgt auch die Stadtpolizei Zürich im Kampf gegen das Verbrechen. Wobei Dominik Balogh, Chef Analyse und Entwicklung der Stadtpolizei Zürich, trocken meinte, dass die Gegenseite in Bezug auf AI zuweilen noch im Vorteil sei. Die Stadtpolizei nutzt «Precobs», um Muster bei Einbrüchen zu erkennen. Aufgrund der Daten früherer Delikte errechnet das System, in welchen Gebieten und Zeiträumen erhöhte Gefahr von Hauseinbrüchen besteht, welche dann durch erhöhte Polizeipräsenz und Kontrollen verhindert werden. In den vergangenen vier Jahren konnten damit sogenannte Near-Repeat-Einbrüche von 60% auf 54% gesenkt werden. Ob denn Polizisten bald nicht mehr gebraucht würden, verneinte er. Noch brauche es für die Verbrechensbekämpfung oft Informationen, die nur ein menschliches Gehirn zusammenfügen könne.

Christof Zogg verantwortet bei den SBB das Digital Business, Marketing und Advertising und ist daran, die SBB-App – die Schweizer Plattform mit den meisten Installs – zum «Persönlichen Reisebegleiter» zu transformieren. Die App ist darauf ausgelegt, mündliche Befehle entgegenzunehmen, und dies in allen Schweizer Dialekten. Der Preis ist das Sammeln einer umfassende Datenspur, in das der Nutzer einwilligen muss.

Für die anstehende AI-Revolution hält der Alibaba die passenden Tools bereit. Ye Huang, Cloud Architect von Alibaba, zeigte in seinem ersten Vortrag in der Schweiz auf, dass das hierzulande vor allem als Handelsplattform bekannte chinesische Unternehmen auch der weltweit führende Public Cloud Provider ist. Man ermögliche Unternehmen, eine starke, fixfertige Infrastruktur zu nutzen und die Energie darauf zu verwenden, intelligente Anwendungen dafür zu bauen. Nicht zuletzt biete man auch eine Lösung für hauseigene DSP, SSP und DMP.

Im anschliessenden Panel wurden die Herausforderungen und Grenzen von AI diskutiert. Während dem Publikum die Frage nach der Privatsphäre unter den Nägeln brannte, bestätigten die Experten, dass Transparenz bei der Anwendung von AI eine zentrale Voraussetzung sei. «Earn the Trust», so die Devise von Zogg. Laut Adello-CEO Mark Forster stünde die Fähigkeit im Zentrum, eine leistungsfähige Infrastruktur aufzubauen und dann die relevanten Daten zu nutzen. Die meisten Unternehmen seien heute aber noch nicht in der Lage, in genügendem Masse zu skalieren. Und: AI sei zunächst einmal ein Tool, das für viele Anwendungen genutzt und fortlaufend weiterentwickelt werden solle – niemand wisse heute, wo wir in ein paar Jahren stehen würden. Was aber klar sei sind gute Ideen – und Data Scientists.

Am 18. Januar 2018 findet der nächste Mobile Fachevent statt zum Thema «Sind sie bereit für GDPR?»

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