Grünes Licht für Twint

Das gemeinsame Mobile-Payment-System Twint der Schweizer Banken und SIX hat am Freitag von der Wettbewerbskommission grünes Licht erhalten, nimmt die operative Tätigkeit auf und kann ab sofort Konditionen und Verträge mit Partnern im Handel und bei Banken aushandeln.

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Die Zusammenlegung der heute noch individuell am Markt auftretenden Systeme Twint und Paymit kann damit planmässig erfolgen. Bis November werden die Funktionalitäten des neuen gemeinsamen Angebotes unter dem Namen Twint zusammengeführt. Ab Mitte Januar werden die Nutzer von Twint und Paymit auf das neue Twint migriert.

Neu wird sich auch die BCV (Banque Cantonal de Vaud) als Aktionär an Twint beteiligen.
Nach dem positiven Entscheid der Wettbewerbskommission können Entwicklung und Betrieb von Twint und Paymit nun auf das Unternehmen Twint übertragen werden, an dem neu die sechs grössten Banken und SIX beteiligt sind. «Wir sind froh über den positiven Entscheid der Weko. Nun können wir die Twint AG in der neuen Ausrichtung operativ starten. Zudem freuen wir uns, dass mit der BCV, der Banque Cantonale de Vaud, auch ein Westschweizer Institut Partner und Aktionär von TWINT wird», erklärt Jürg Weber, Division CEO Payment Services von SIX, der den neuen Verwaltungsrat präsidiert.
Thierry Kneissler, der das Unternehmen als CEO leiten wird, ergänzt:«Nun können wir gemeinsam unsere Kräfte unter einem Dach bündeln und die zukünftige Twint-Applikation mit noch mehr Schub weiterentwickeln. In Rekordzeit wurde die gemeinsame Lösung in den letzten drei Monaten konzipiert. Mit der Genehmigung der Weko kann nun die Umsetzung beginnen».
Das Aktienkapital wird zu je einem Drittel bei Postfinance, SIX sowie den grössten Schweizer Banken Credit Suisse, Raiffeisen, UBS und den zwei grössten Kantonalbanken BCV und ZKB liegen. Der Verwaltungsrat des neuen Unternehmens setzt sich aus je einem Vertreter der nun sieben Twint-Aktionäre zusammen.
Die fünf grössten Banken, SIX, und die Detailhändler Coop und Migros sowie Swisscom hatten sich Ende Mai 2016 auf eine gemeinsame Lösung für ein Schweizer Mobile-Payment-System verständigt.
Twint wird die heutigen Stärken von Paymit und Twint verbinden und bietet eine offene, plattformunabhängige, wettbewerbsfähige und kundenfreundliche Lösung für alle Marktteilnehmer an. Neben der kanalübergreifenden Payment-Funktion sind Mehrwertleistungen, die auf Schweizer Kundenbedürfnisse angepasst sind, massgebende Elemente der gemeinsamen Lösung. Zudem ermöglicht Twint den Kunden die direkte Belastung ihres Bankkontos. Damit werden neu auch Einkäufe im E-Commerce, in Dritt-Apps, an Automaten sowie Zahlungen zwischen Personen direkt und bequem dem Konto belastet.
«Die neue Lösung dürfte bis Ende November 2016 einsatzbereit sein», erklärt Twint-CEO Thierry Kneissler. Aufgrund des Zusammenspiels von mehreren Systemen erfolgt danach eine kurze Testphase. «Das Roll-Out und die Migration der beiden Systeme auf das neue Twint erfolgt ab Mitte Januar 2017.Damit kommen wir auch einem Wunsch des Handels entgegen, dass er das intensive Weihnachtsgeschäft nicht mit einer Einführung eines neuen Zahlungssystems belasten möchte. Bis dahin können Nutzer und Händler von Paymit und Twint die zwei Systeme wie gewohnt einsetzen», ergänzt Kneissler.
Die Weko-Freigabe und die Kommunikation des weiteren Fahrplans dürfte Twint Luft verschaffen im Konkurrenzkampf gegen Apples Mobile-Payment-Lösung. Noch Mitte Woche hat die Handelszeitung vermeldet, Apple Pay drohe Twint abhzuängen. Als im Frühling die Fusion von Twint und Paymit verkündet wurde, war von einem Launch im Herbst die Rede. Auf Nachfrage äusserste Coop, der engste Twint-Partner, dieses Ziel sei kaum einzuhalten, denn man habe bis anhin keine Informationen erhalten – und habe daher auch die nötigen Verträge noch nicht aushandeln können. Dies dürfte sich nun ändern. Ungewissheit machte die Handelszeitung auch bei der Migros Bank aus, die sich anschliessen will, aber bisher «auf das neue Twint verwiesen» wurde. (hae/pd)
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