Belästigendes Targeting

Zum Weltfrauentag hat Ogilvy Paris Männer erahnen lassen, wie es anfühlt, belästigt zu werden.

40 Prozent aller Frauen in Frankreich haben in der Vergangenheit aus Angst vor Belästigungen auf der Strasse schon öffentliche Räume gemieden. Und 100 (!) Prozent aller Frauen, die in Frankreich öffentliche Verkehrsmittel benützen, wurden bereits einmal belästigt oder sexuell angegangen. Wie immer genau diese Zahlen erhoben wurden – bedenklich sind sie in jedem Fall.

Ogilvy Paris hat deshalb zum Weltfrauentag im Namen dreier Frauenorganisationen eine Aktion durchgeführt, die das andere Geschlecht sensibiliseren soll, was Aufdringlichkeit, Belästigung, Bedrängung bedeutet. In Zusammenarbeit mit populären französischen (Männer-)Medien (GQ, Konbini, SoFoot, Libération, BFM, L’Express) wurden durch Targeting Männer per Mobile-Banner belästigt. Wer «Nein» sagte und den Banner wegklickte, erhielt in der Folge noch aufdringlichere und forschere Anzeigen geschaltet. Immer aufdringlicher, immer unverschämter. Am Ende wurden die männlichen Opfer eingeladen, mit dem Hashtag #NONC’ESTNON ihre auf Twitter und Facebook ihre Stimme gegen Belästigung im öffentlichen Raum zu erheben.

Ob's funktioniert hat? Und ob die richtigen Empfänger sensibilisiert wurden? Wie immer weiss man es nicht so genau. Erst recht, weil die Aktion aktuell noch läuft. Sollte dadurch aber nur ein Belästiger ins Grübeln geraten sein, hat sich die Kampagne aber mit Sicherheit gelohnt. (hae)


Do 08.03.2018 - 17:49

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