Unsichtbare Not mitten in Zürich

Bereits zum vierten Mal ruft die Zürcher Agentur Evoq für das Sozialwerk Pfarrer Sieber (SWS) zu Solidarität für Menschen am Rande der Gesellschaft auf. Die laufende Winterkampagne thematisiert die Unsichtbarkeit von Randständigen und fordert zum Hinsehen auf.

Auch wenn wir es oft nicht erkennen, ist für viele Menschen ein Leben am Rande unserer Gesellschaft bittere Realität. Im Winter werden die Nächte besonders für Obdachlose zur Herausforderung. Obdachlose sind einsam, schutzlos – und häufig unsichtbar. Das Sozialwerk Pfarrer Sieber setzt an diesem Punkt an und schenkt Menschen in Not besondere Beachtung. Obdachlos zu sein ist hart. Doch noch schlimmer ist es, niemanden zu haben, oder von niemandem wahrgenommen zu werden. Das bestätigen Betroffene in persönlichen Gesprächen.

 

 

Bodypainting für mehr Beachtung

Das Leitmotiv der Evoq-Kampagne bringt die Unsichtbarkeit auf besondere Weise zum Ausdruck: Ein Mann sitzt mitten in der Stadt auf einer Parkbank, verschmilzt förmlich mit der Umgebung und wird von zahlreichen Passanten nicht wahrgenommen. Für das Motiv hat sich der SWS-Kommunikationsleiter Walter von Arburg von Kopf bis Fuss bemalen lassen, um eins mit dem Hintergrund zu werden. Den Camouflage-Effekt erzeugt hat die Künstlerin und ehemalige Weltmeisterin im Bodypainting, Melanie Rodel aus Bern. 

Evoq inszeniert den unsichtbaren Obdachlosen in einer crossmedial angelegten Kampagne. Plakatwerbung erscheint an gut frequentierten ÖV-Haltestellen, Spots laufen im CanalPoste – der mit Flyern zusätzlich bedient wird. Anzeigen, digitale Bannerwerbung und ein Direct Mailing liefern die nötige Reichweite und fordern zum Spenden auf. Gleichzeitig läuft eine Social Media-Kampagne mit Kurzvideos, Hintergrundinformationen und Interviews. Evoq hat ferner eine komplett neu überarbeitete Website mit integriertem Spendenprozess zum Kampagnenstart umgesetzt.

 

 

 

«Wie wenn’s mich gar nicht gäbe» – Andrea, obdachlos

Die Thematik wird in der Vorweihnachtszeit auf Zürichs Strassen mit schwarzen Gestalten und gelben Informationstafeln zusätzlich befeuert. Die «Guerilla»-Aktion mit vermummten SWS-Mitarbeitenden macht so auf die Unsichtbarkeit und Anonymität von Randständigen, insbesondere von Obdachlosen aufmerksam. Videos und Fotos, die dabei entstehen, werden in den sozialen Kanälen gestreut. «Wir schauen hin und handeln von Herzen», kommentiert Christoph Zingg, Gesamtleiter des Sozialwerks Pfarrer Sieber, die laufende Aktion und fragt ergänzend: «Wo schaust Du hin?»

Ziel der Kampagne ist es laut SWS-Kommunikationsleiter Walter von Arburg, die Gesellschaft für weit verbreitete Nöte wie die Vereinsamung oder psychische Erkrankungen zu sensibilisieren. «Nur weil man sie nicht sieht, sind unsichtbare Nöte nicht weniger schlimm. Im Gegenteil!» Dank der inspirierenden Zusammenarbeit mit Evoq öffnet die Kampagne laut von Arburg den Blick über die sichtbare Obdachlosigkeit hinaus auf die tiefer liegenden Probleme randständiger Menschen.  

 

 

 

 

 

 

Verantwortlich bei Sozialwerk Pfarrer Sieber: Walter von Arburg (Kommunikationsleitung), Hansueli Gujer (Fundraising). Verantwortlich bei Evoq: Adrian Schaffner (Konzept, Idee), Marta Frieden (Kampagnen-Design), Martina Hareter (Video, Schnitt), Marcel Marty, Beatrice Burkart (Programmierung). Weitere: Claudia Wehrli (Website-Design), Federico Naef (Fotografie), Melanie Rodel (Bodypainting).

Fr 23.11.2018 - 11:34
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