«Wir brauchen beide Mannschaften voll an Bord»

Am Freitag, 1. Juni 2018, startet Reto Meyer mit seiner neuen Basler Werbeagentur Yellow. Sie ist entstanden aus der Zusammenführung von BSSM und WS Kommunikation. Im Interview mit der Werbewoche äussert sich Meyer zur Neugründung.

Reto Meyer, der im Herbst die Agentur WS und in diesem Frühjahr BSSM übernehmen konnte, hat die beiden Unternehmen nun zu einer neuen, zukunftsorientierten Werbeagentur verbunden. «Die Kompetenzen beider Agenturen ergänzen sich ideal. Yellow kann so genau jenes Leistungsangebot anbieten, das Unternehmen heute benötigen, um erfolgreich werben zu können», so Meyer.

 

 

Die Mitarbeitenden von WS und BSSM arbeiten ab heute nicht nur für Yellow sondern auch gleichzeitig an einem neuen Ort. Die Agentur hat ihren Standort an die Horburgstrasse 105 in Basel verlegt, einem markanten Gebäude im aufstrebenden Klybeck-Quartier. Für die Kunden der beiden Fusionspartner ändert sich nichts. Ihre gewohnten Ansprechpartner sind weiterhin für sie da. Nur mit neuer Visitenkarte und neuer Mailadresse.

 

Für die Kunden ändert sich nichts, die Ansprechpartner bleiben die selben - lediglich mit neuen Visitenkarten und neuen Mailadressen.

 

Die Agentur nennt sich Yellow, ihre Hausfarbe ist jedoch violett. Dazu Reto Meyer: «Yellow sieht ihren echten Mehrwert für Kunden darin, Aufgabenstellungen von aussen zu betrachten und vorgefertigte Lösungen zu hinterfragen. Diesen Zweck visualisiert unsere Farbwahl: Violett ist komplementär zu Gelb.» Auch in Bezug auf die Organisation seiner Agentur beabsichtigt Reto Meyer quer zu denken und neue Wege zu beschreiten. Inspiriert durch neue Organisationsformen wie z.B. Holacracy will Yellow die vielseitigen Talente ihrer Mitarbeitenden besser nutzen und in agilen Teams aufgabenbezogen zusammenführen.

 

Yellow hat den Standort an der Horburgstrasse 105 in Basel bezogen (Fotos: zVg).

 

Letzte Handgriffe, erste Arbeiten: Am 1. Juni legt Yellow offiziell los.

 

«Das Gebäude, in dem BSSM die letzten zehn Jahre war, wird abgerissen»

Yellow – ein neuer Player in der Basler und Schweizer Agenturlandschaft. Die Werbewoche hat sich mit Gründer, Inhaber und CEO Reto Meyer über die Fusion, deren Hintergründe und die Zukunft der Agentur unterhalten.

 

Werbewoche: Reto Meyer, wieso heisst die Agentur Yellow?

Reto Meyer: Der Name ist das Resultat einer intensiven Auseinandersetzung mit der Strategie und der Positionierung der Agentur. Yellow respektive die Farbe Gelb kennzeichnet Neugier und Spontanität; vermittelt Offenheit, Erfolg, Lebensfreude und Kreativität. Werte, die bei Yellow zentral sind. Und zudem ist Gelb die Farbe der Kommunikation.

 

«Gelb ist die Farbe der Kommunikation.»

 

Verbindet man Yellow nicht stark mit der Post?

Wie eben erwähnt ist Gelb die Farbe der Kommunikation – weltweit. Dementsprechend wird die Farbe von vielen Unternehmen in diesem Bereich genutzt. Im Fall von Yellow reduziert sich die Nähe zur Post jedoch auf die Bezeichnung. Die Wortmarke differenziert sich aber sehr deutlich von Brief- und anderen Logistikern. Durch die Farbwahl, welche die Komplementärfarbe des Wortlauts ist, entsteht ein Markenbild, das meines Wissens einmalig ist.

 

Sie schreiben in der Mitteilung, Yellow sei zukunftsorientierter als die beiden anderen Agenturen. Inwiefern?

Im Fall von BSSM wurde mit Yellow eine Nachfolgelösung umgesetzt, die in den Grundzügen mit den früheren Besitzern bereits skizziert war. Zukunftsorientiert ist Yellow auch deshalb, weil sie in Bezug auf Budgetvolumen und Mitarbeiteranzahl eine Grösse erreicht, die dem Unternehmen mehr Stabilität und Handlungsspielraum gibt. Last but not least verbinden sich in Yellow strategisch-kreative Kompetenz mit digitalem Knowhow und agiler Organisation. Ein Mix, den zukunftsfähige Agenturen haben müssen.

 

Sie sagen Handlungsspielraum – soll die neue Agentur auch auf dem nationalen Parkett zur schlagkräftigeren Konkurrenz werden, als es zuvor WS und BSSM waren?

WS und BSSM konnten sich im Verlauf ihrer über 20-jährigen Geschichten einen guten Namen erarbeiten. Die Marke BSSM hatte sicher auch nationale Ausstrahlung. Tatsache ist: Yellow gehört dem Verband der führenden Kommunikationsagenturen der Schweiz an. Und es ist klar unsere Absicht, nicht nur das Etikett zu tragen.

 

Wo ordnet sich Yellow in der Basler Agenturlandschaft ein?

Betrachtet man die Fakten, sind wir mit knapp 20 Mitarbeitenden und insgesamt rund 3 Millionen Schweizer Franken Gesamtetat wohl die drittgrösste Werbeagentur in Basel. Zudem sind wir eine von drei LSA-Kommunikationsagenturen mit Hauptsitz in Basel. Auf Angebotsseite dürfte für Yellow wohl die Strategie-Kompetenz, mit welcher sich BSSM in den letzten Jahren bei Kunden auszeichnen konnte, eine interessante Option darstellen.

 

Mit 18 Mitarbeitenden ist Yellow immer noch eine eher kleine Agentur. Ist der Ausbau ein Ziel oder sind Sie mit dieser Grösse für die Zukunft optimal aufgestellt?

Nach meinem Dafürhalten definiert sich Grösse nicht primär über die Anzahl Mitarbeitende. Faktoren wie Kreativität, die Fähigkeit, Veränderungen in der Kommunikation und in der Gesellschaft zu antizipieren oder rasch darauf zu reagieren sowie eine gesunde Wertschöpfung scheinen mir deutlich wichtiger. Dementsprechend steht Wachstum in Bezug auf Mitarbeiteranzahl vorläufig nicht auf unserer Agenda. Yellow wird sich in nächster Zeit auf qualitatives Wachstum konzentrieren.

 

«Grösse nicht primär über die Anzahl Mitarbeitende.»

 

Kommt es bei der Zusammenlegung der Agenturen zu Entlassungen, werden Stellen gestrichen?

Aufgrund der erfreulichen Tatsache, dass die Kundenportefeuilles beider Agenturen keine Abgänge verzeichnen, brauchen wir beide Mannschaften voll an Bord. Auf einer einzigen Stelle in der Administration kam es leider zu einem Fusions-bedingten Abgang.

 

Bis auf eine Ausnahme werden alle Mitarbeitende der beiden zusammengelegten Agenturen übernommen.

 

 

War die Agentur-Zusammenführung und Aufgabe der Marken BSSM und WS bereits beschlossene Sache bei der Übernahme?

Dass eine Zusammenführung der beiden Agenturen möglicherweise eine sinnvolle Option sein könnte, hatten in der Tat die beiden früheren Besitzer der BSSM bereits bei der ersten Kontaktaufnahme erwähnt. Unter welchem Dach, war damals noch völlig offen. Die Fusion unter einem neuen Namen zeichnete sich erst bei der Entwicklung der Unternehmensstrategie ab.

 

«Der Standort ausserhalb von Basel war keine Option für die Zukunft.»

 

Was ist der Grund für den Umzug?

Zum einen sehr praktische Gründe. Die Räume der WS waren zu klein für 20 und mehr Leute, der Standort ausserhalb von Basel keine Option für die Zukunft. Das Gebäude, in dem BSSM die letzten zehn Jahre war, wird abgerissen. Ein Umzug musste bis Herbst 2018 vollzogen sein. Zum anderen gibt es auch emotionale Gründe: Die Mitarbeitenden von WS und BSSM haben ihre individuelle gemeinsame Geschichte. Ein Neustart unter neuen Namen und in neuen Räumlichkeiten bietet die besten Voraussetzungen, um eine neue gemeinsame Geschichte aufzubauen. In meine Augen die wichtigste Voraussetzung für eine erfolgreiche Fusion.

 

Wie wurde die Fusion auf Seiten der Mitarbeitenden aufgenommen?

Die Mitarbeitenden von WS und BSSM arbeiten seit Januar unter einem Dach. Sie waren von Beginn an Teil des Prozesses und über jede wichtige Weichenstellung informiert. Zudem waren sie aktiv eingebunden bei der Entwicklung der Identity, der Renovation und der Einrichtung der neuen Räumlichkeiten. Mir scheint, Yellow ist genauso ihr Baby wie meins.

 

Interview: Thomas Häusermann

 

Fr 01.06.2018 - 00:00
Wirtschaftsgebiet & Region

Kommentare

neuen Kommentar schreiben

Klartext

  • Keine HTML-Tags erlaubt.
  • HTML - Zeilenumbrüche und Absätze werden automatisch erzeugt.
  • Web page addresses and email addresses turn into links automatically.
CAPTCHA
This question is for testing whether or not you are a human visitor and to prevent automated spam submissions.