«Kampagnen zum Volksereignis machen»

Rod Kommunikation feiert das zehnjährige Bestehen. Warum sie die Agentur mitgegründet hat, was ROD ausmacht und welche Zukunftspläne die Agentur hat, darüber hat Werbewoche.ch mit der Werbestrategin Regula Bührer Fecker gesprochen.

Regula Bührer Fecker, Sie feiern am Freitag das 10-jährige Bestehen von Rod Kommunikation. Sie haben die Agentur 2007 zusammen mit David Schärer und Oliver Fennel gegründet. Warum?

Regula Bührer-Fecker: Wir drei arbeiteten lange bei Jung von Matt zusammen und sahen uns immer ein bisschen als «Gruppe» innerhalb der Agentur, die gut und gerne interdisziplinär zusammenarbeitete. Wir hatten ziemlich genaue Vorstellungen davon, wie eine Agentur idealerweise aussehen sollte, wenn man sie neu bauen könnte. Eine solche Agentur gab es nicht. Vor zehn Jahren war es eher unüblich crossmedial und interdisziplinär zu arbeiten. Alles lief noch mehr «von Oben herab», die klassischen Kanäle zuerst, führend und bestimmend. Alles wartete ehrfürchtig, bis die Idee der Kreativen stand und die anderen «unten» loslegen dürfen. Wir fanden dieses Dogma nicht mehr zeitgemäss. Unsere Haltung ist, dass Ideen aus jeder Quelle und aus jeder Disziplin kommen können. Hauptsache, sie lösen ein Problem geschickt. Mittlerweile ist mit Oliver Fennel einer der Gründer ausgestiegen, dafür ist mit Pablo Koerfer ein Partner zu Rod gekommen, welcher die Agentur als Geschäftsführer wirklich noch einmal in eine neue Liga gebracht hat.

 

Was macht Rod aus, was ist Ihre Philosophie?

Es geht uns gut, wir haben keinen Druck, dass wir quantitativ wachsen müssen. Aber wir wollen qualitativ wachsen. Wir sind alle getrieben von der Idee, Kampagnen zu machen, die im Leben der Menschen, die sie sehen, etwas bewirken. Und das braucht heute die geschicktere, durchdachtere, innovativere Strategie. Denn wie kommt man überhaupt noch bei Menschen auf den Radar, die den ganzen Tag zombiemässig auf ihre iPhones starren? Indem man Kommunikationsbotschaften in neue Formate verpackt und eine Botschaft als attraktiven Content tarnt und über geeignete Kanäle einspeist. Dafür muss man komplett neu denken. Das löst bei uns keine Ängste aus, sondern Neugier. Wir arbeiten am besten mit Menschen zusammen, die ähnlich ticken.

 

War der Start schwierig?

Nein, es hat von Anfang an «geflutscht», das kann man echt so sagen. Wir sind ein Team, das sehr gerne zusammenarbeitet. Und das merken die Kunden auch. Darum hatten wir von Anfang am viel Glück, in Pitches reinzurutschen, die eigentlich immer eine Schuhnummer zu gross waren. Darum sind wir stetig an unseren Aufgaben gewachsen.

 

Sie sind mit vier Personen gestartet. Heute hat Rod rund 25 Mitarbeiter. Eine gute Grösse?

Ja, für die Schweiz definitiv. Mit 25 Mitarbeitern hat man eine stattliche Grösse, bleibt aber sehr persönlich. Jeder Kunde von Rod hat garantiert immer mit einem Inhaber zu tun. Wir sind als Agentur gross genug, um alles machen zu können, was wir wollen. Und wir müssen nichts machen, woran wir nicht glauben. Wir verkaufen nicht «Mobile Advertising», weil wir eine «Mobile Advertising» Unit auslasten müssen. Das hält uns neutral und macht uns unerpressbar. Das ist entscheidend für optimale Lösungen – dass man in jedem Bereich – ob Kreation, Umsetzung, Media oder Partner – frei entscheiden kann.

 

Was macht Rod erfolgreich?

Wir haben nun zehn Jahre Erfahrung damit, wie man Kampagnen in der Schweiz zu einem echten Volksereignis macht. Eines, das in den Medien diskutiert wird, das die Leute zum Mitmachen in sozialen Medien und in der Realität animiert. Eines, das über den bezahlten Werberaum hinauswachsen kann. Wir wissen genau, welche Elemente wir dafür nutzen und brauchen müssen und wie wir diese je nach Aufgabe anpassen können.

 

Ihre Lieblingskampagne(n)?

Die ändern ständig. Die australische Kampagne von Snickers finde ich sensationell. Jedesmal, wenn das Internet mit Motzkommentaren wieder durchdreht, weil auf der Welt etwas Schlimmes/Verrücktes/Absurdes passiert, werden Snickers dynamisch günstiger. Weil die These ist, dass kommentierende Menschen «Hangry» sind und dringend ein Snickers brauchen. Absolut genial, vom Insight über die kreative und technische Umsetzung. Ich wünschte, diese Idee wäre noch nicht gemacht.

 

Was habt ihr für Zukunftspläne?

Wir haben drei Bereiche, in die wir noch weiter investieren und in denen wir noch viel besser werden wollen. Erstens Strategie, meine Disziplin. Wir verstehen Menschen schon sehr gut, arbeiten wie Detektive – wir wollen die Zielgruppen nun im digitalen Verhalten noch viel besser verstehen. Da haben wir noch einige Pfeile im Köcher. Zweitens Amplification, unsere Art PR zu machen, weit über die klassischen PR-Massnahmen hinaus. Wir wollen nicht nur den bezahlten Raum abdecken, sondern denken und agieren von Anfang an gezielt über diese Räume hinaus. Bei Kunden ist diese Herangehensweise sehr gefragt. Den Begriff Amplification haben wir uns schützen lassen und werden diesen Bereich noch weiter entwickeln. Der dritte Bereich, in dem wir noch viel, viel besser werden wollen ist die ist die Kreation. Unser neuer Kreativchef Martin Arnold ist ein Glücksfall für Rod. Er hat vollkommen freie Bahn, um aus Rod eine sensationelle Adresse für Kreation zu machen. (nod)

 

Aktuelle Kampagnen von Rod Kommunikation:

 

<<

 

<<

 

<<

 

<<

 

<<

 

<<

 

Mi 12.07.2017 - 10:49
Wirtschaftsgebiet & Region

Kommentare

neuen Kommentar schreiben

Klartext

  • Keine HTML-Tags erlaubt.
  • HTML - Zeilenumbrüche und Absätze werden automatisch erzeugt.
  • Web page addresses and email addresses turn into links automatically.
CAPTCHA
This question is for testing whether or not you are a human visitor and to prevent automated spam submissions.