Der Bund hat dieses Jahr über 20 Millionen Franken an Agenturen gezahlt

Eine neue Liste zeigt: Der Bund lässt es sich viel kosten, seine Botschaften unters Volk zu bringen.

Wie die Aargauer Zeitung berichtet, sollen 2018 alleine für die 25 teuersten Mandate rund 20 Millionen Franken in die Kassen von externen Agenturen geflossen sein. Der Bundesrat hat die Übersicht nach einem Vorstoss von SVP-Nationalrat Hansjörg Knecht veröffentlicht. Nicht ausgewiesen werden jedoch die Gesamtkosten für extern vergebene Kampagnen, auch die internen Kosten werden nicht aufgeführt.

2017 hat der Bund insgesamt 78,6 Millionen Franken für Öffentlichkeitsarbeit ausgegeben. Drei Drittel der Kosten entstehen durch das Personal, 307 Vollzeitstellen sind damit betraut. Sie lancieren Kampagnen, verfassen Medienmitteilungen, beantworten Anfragen oder bewirtschaften die Websites des Bundes.

Am meisten Geld gab 2017 das Innendepartement aus (15,3 Millionen Franken), vor dem Verteidigungs-, Finanzdepartement und dem UVEK. Unter das Innendepartement fallen etwa die BAG-Kampagnen – sie verantworten fünf der 25 teuersten Kommunikationsaufträge im Gesamtbetrag von 6,5 Millionen Franken.

Die Liste zeigt: Im laufenden Jahr fliessen etwa 2 Millionen Franken an Rod Kommunikation für die Love-Life-Kampagne oder 1,4 Millionen Franken an Yjoo für die Organspende-Kampagne. Den selben Betrag erhält auch Havas für die kürzlich lancierte Antibiotika-Kampagne.

Das Bundesamt für Energie überweist im laufenden Jahr fast 7 Millionen Franken an private Agenturen. Aroma erhält 4,2 Millionen für die Energy Challenge, Quade & Zurfluh rund 926'000 Franken für «CO2-Tieferlegen», Burson-Marsteller 600'000 Franken für die Gemeinde-Kampagne von «Energie Schweiz», Wirz Brand Relations 550'000 für die Bewerbung des Gebäudeprogramms 2018. Franz & René erhält 400'000 Franken, damit die Beheizung von leerstehenden Ferienwohnungen eingedämmt wird.

Die Kommunikations-Ausgaben des Bundes polarisieren. Die Meinungen reichen von überflüssiger Staatspropaganda bis hin zu unabdingbarer Notwendigkeit. Hauptkritikerin ist die SVP – sie verlangt regelmässig eine Kürzung dieser Ausgaben. Eine von der Geschäftsprüfungskommission des Nationalrats in Auftrag gegebene Untersuchung soll nun prüfen, ob die Bundeskommunikation «zweckmässig und wirtschaftlich organisiert» sei. (hae)

So 02.12.2018 - 14:29

Kommentare

neuen Kommentar schreiben

Klartext

  • Keine HTML-Tags erlaubt.
  • HTML - Zeilenumbrüche und Absätze werden automatisch erzeugt.
  • Web page addresses and email addresses turn into links automatically.
CAPTCHA
This question is for testing whether or not you are a human visitor and to prevent automated spam submissions.