Von wegen «Familienanschluss»: Umstrittene Milchwerbung wird abgesetzt

Die Schweizerische Lauterkeitskommission hat entschieden: Das Verfahren um eine umstrittene Swissmilk-Werbung wird eingestellt. Die Werbung hatte behauptet, Milchkühe hätten «Familienanschluss». In Wahrheit werden sie von ihren Kälbern getrennt. Darum reichte Animal Rights Switzerland Beschwerde ein. Swissmilk wird in Zukunft auf das beanstandete Sujet verzichten – das freut die Tierschützer.

Swissmilk wird in Zukunft auf ein umstrittenes Sujet verzichten: 2017 warb die Lobby-Organisation mit der Behauptung, Milchkühe seien «glücklich dank Familienanschluss». Laut Animal Rights werden Milchkühe aber von ihren Kälbern getrennt, worunter die  sozialen Tiere leiden.

Die Tierschutzorganisation legte daraufhin eine Lauterkeitsbeschwerde wegen irreführender Werbung ein. Swissmilk reagierte mit einer uneingeschränkten Verzichtserklärung: Die beanstandete Kampagne werde nicht mehr verwendet. Die Lauterkeitskommission behaftet Swissmilk nun auf diese Verzichtserklärung und beendet unter dieser Bedingung das Beschwerdeverfahren. Damit ist es beschlossene Sache, dass das Sujet mit dem Wort «Familienanschluss» nicht mehr in Swissmilk-Werbung verwendet wird.

 

Menschen- und Kuhfamilie?

Die Lauterkeitskommission hatte die Beschwerde in erster Instanz abgewiesen, weil sie unter «Familienanschluss» die Bauernfamilie verstand, nicht die Kuhfamilie. Animal Rights Switzerland legte Rekurs ein – das Publikum verstehe unter «Familienanschluss» klar die Kuhfamilie, wie auch eine Befragung des Tagesanzeigers gezeigt habe. Zudem hätte Swissmilk in weiteren Sujets der Kampagne immer wieder Kälber und Kühe als Familien dargestellt. Dies anerkennt die Lauterkeitskommission als Argument an – das Verfahren wurde jedoch beendet, da Swissmilk ohne Einschränkung auf das umstrittene Sujet verzichte. «Mit unserer Beschwerde haben wir das Wichtigste erreicht, nämlich die Garantie, dass absurde Behauptungen über «Familienanschluss» aus der Milchwerbung verbannt sind», meint Pablo Labhardt, Geschäftsleiter von Animal Rights Switzerland.

Die Lauterkeitskommission wird sich schon bald wieder mit Swissmilk und der Werbung der Marketingorganisation beschäftigen. So ist nämlich auch die aktuelle Kampagne Tierschützern ein Dorn im Auge (Werbewoche.ch berichtete). Der Verband Swissveg hält die von Jung von Matt/Limmat kreierten Kommunikationsmassnahmen für irreführend und hat deshalb im März Beschwerde bei der Schweizerischen Lauterkeitskommission eingereicht – kritisiert werden die Swissmilk-Aussagen und -Darstellung in zehn Punkten. (hae)

Fr 01.06.2018 - 13:22
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Kommentare

#1

Ja, es wird LEIDER immer weniger Milch getrunken – "neue" Eltern, die etwas auf sich halten, erklären ihren Nachwuchs für laktoseintolerant ...
Aber egal: Dass SwissMilk laufend in die Fallen der Sektierer von Animal Rights und Veganern laufen, hat schon etwas absurdes und tragikomisches.
Wie wäre es – in 100 Varianten – mit dem einzig valablen und glaubwürdigen Argument: Milch schmeckt fantastisch und ist gesund. Und als Magermilch verhilfts sogar zur Traumfigur.
Die l'art pour l'art-Werbung bringt nichts.

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