Wie Mozart hip wird

Beim diesjährigen Nachwuchswettbewerb best Yet in Wien stand ein Klassiker auf dem Programm. Die jungen Kreativen sollten die bekannten Mozartkugeln in einer Printkampagne ans junge Publikum bringen. Die Schweiz sicherte sich einen Shortlist-Platz.

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Sachertorte, Kaiserschmarrn, Apfelstrudel. Österreich ist berühmt für seine Süssigkeiten. Wirklich erstaunt war beim best-Yet-Wettbewerb (best Young European Team) in Wien denn auch niemand, als am Donnertag beim Briefing die Mozartkugeln ausgepackt wurden. Die jungen Kreativen erhielten die Aufgabe, für die Pralinés der Marke Mirabell eine neue Kundenzielgruppe zu gewinnen – eine jüngere. Denn die runde Kugel mit einem Herz aus Marzipan, umhüllt von Nougat und einer Schokoladenschicht, ist bislang vor allem bei Frauen zwischen 40 und 59 Jahren beliebt (oder noch ältere, wie einige der Teilnehmer meinten). Nun sollte auch die «Frau zwischen 20 und 40» für die österreichische Spezialität aus dem Hause Mondelez (ehemals Kraft Foods) begeistert werden. Das traditionsreiche Produkt – die «Echten Salzburger Mozartkugeln», und im Übrigen die einzigen perfekt runden, wie beim Briefing verraten wurde – sollte in «frischem, urbanen Stil und mit einem Augenwinkern» beworben werden.

So viel die Informationen aus dem Briefing. Binnen 24 Stunden erarbeiteten die Kreativen, die aus zehn Ländern in die österreichische Hauptstadt gereist waren, eine Idee für eine Anzeigenkampagne. Für die Schweiz traten die Gewinner des Wettbewerbs «Das kann nur ein Inserat» an.

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v.l.n.r.: Team 1: Sebastian Eppler (Y&R Group Switzerland) und Luca Schneider (Havas Worldwide Zürich); Team 2: Dominic Beyeler (Maxomedia), der sich Marietta Mügge (Wirz Werbung) als Verstärkung dazugeholt hatte.

Schweiz auf der Shortlist 

Marietta Mügge und Dominic Beyeler schafften es mit ihrem spielerischen «Authentizitätstest» auf die Shortlist. Die Idee: Um die Echtheit der Mozartkugel zu überprüfen, wird das Praliné aufs Papier gelegt und muss, in dem der Leser die Anzeige in die Hände nimmt und per Neigung in eine Richtung lenkt, einer aufgezeichneten Figur entlang rollen. Ein Kunststück, das natürlich nur mit den «echten», da runden Kugeln gelingen kann. 

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Sebastian Eppler und Luca Schneider verfrachteten das Erscheinungsbild der Mozartkugel in die Gegenwart und ersetzten den Komponisten kurzerhand durch moderne Stars: Marilyn Manson, Kanye West und Pink.

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Die Gewinner

Auf dem Siegertreppchen zuoberst stand das irische Team Donal O’Higgins und Patrick Thunder. Auch sie setzten das Runde in Szene – mit Sätzen, die sich per Drehen der Anzeige unendlich viele Male wiederholen: «I’ll just have one more, I’ll just have one more…» oder «I love you. – Bitch! – I’m sorry. – I love you… »

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Infos zum best Yet

Der vom Europäischen Zeitungsverlegerverband veranstaltete Kreativwettbewerb best Yet findet jährlich statt. Letztes Jahr wurde in Oslo für norwegischen Käse geworben, wobei die Schweizer das Podest erklommen. Im Vorjahr stand Werbung für Krawatten in der kroatischen Stadt Zadar, 2010 belgisches Bier in Leuven auf dem Plan. Die Gewinner erhalten den Titel «best Young European Team» sowie zwei Tickets fürs internationale Werbefestival in Cannes.

Wer am best Yet teilnehmen darf, wird zuvor in ländereigenen Kreativwettbewerben bestimmt. In der Schweiz ist es der Wettbewerb «Das kann nur ein Inserat» des Verbands Schweizer Medien.

Die Werbewoche hat die Schweizer Teams als Medienpartner nach Wien begleitet. Die vier Kreativen reisten zusammen mit Toni Vetterli (Marketingleiter Verband Schweizer Medien) und Andreas Prokesch (Juror, Konzepter/Texter, ehemaliger ADC-Präsident) an den Award.

Mehr über den Wettbewerb und die vier Schweizer Kreativen erfahren Sie in der nächsten Printausgabe der Werbewoche, die am 7. Juni erscheint.

Isabel Imper
 

Sa 25.05.2013 - 14:57

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