Denner-Kunden drücken die Preise

Die Onlineagentur Notch Interactive hat für Denner eine soziale Plattform entwickelt, auf der Kunden die Preise mitgestalten können. Was es mit Social-discount.ch auf sich hat, erklärt CEO Peter A. van der Touw im Interview.

Nach Migipedia lässt nun auch Denner seine Kunden im sozialen Netz mitreden – beziehungsweise mitbestimmen. Möglich macht es die von der Onlineagentur Notch Interactive entwickelte Plattform Social-discount.ch. Per Klick können die Nutzer die Preise ausgewählter Produkte senken. Die Werbewoche hat sich mit Peter A. van der Touw, CEO der verantwortlichen Onlineagentur Notch Interactive, über das Webprojekt unterhalten. 

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WW: Denner lässt Kunden im Internet an den Preisen schrauben. Welche Idee steckt dahinter?
Peter A. van der Touw: Mit Social-discount.ch setzt Denner seinen Claim «Denner – Einer für alle» konsequent um. Jeder Kunde kann unmittelbar auf den Preis der Produkte Einfluss nehmen.

Wie funktioniert dies?
Auf der Plattform Social-discount.ch stehen jeweils während einer Woche drei Produkte zur Verfügung. Süssigkeiten, WC-Papier, Softdrinks, alkoholische Getränke – was auch immer. Per Klick können die Nutzer den Preis eines Artikels senken. In der darauffolgenden Woche sind die vergünstigten Produkte dann in den Denner-Filialen erhältlich.

Mit welchem Preisnachlass können Kunden rechnen?
Teilweise über 50 Prozent. Je mehr Nutzer auf ein Produkt klicken, desto günstiger wird es. Das heisst: Wenn man Freunde zum Mitmachen animiert, profitiert man zusätzlich.

Auf welche Aspekte hat Notch Interactive bei der Entwicklung der Plattform Wert gelegt?
Die Website ist «full responsive», das heisst sie funktioniert auf Smartphone, Tablet oder Desktop. Zudem ist sie möglichst einfach aufgebaut. Der Nutzer soll mit wenigen Schritten das tun können, was er will: den Preis senken. Nicht zuletzt haben wir darauf geachtet, dass der Erfolg der Plattform für Denner messbar ist. In Form von Empfehlungen, Bewertungen – oder dem effektiven Absatz des Produktes.

Können die Produkte auch gleich online bestellt werden?
Nein. Das Ziel ist, die Nutzer in die Filialen zu bringen. Falls es ein Produkt aus dem Denner Weinshop ist, kann man dieses natürlich online kaufen.

Wie wird gemessen, ob die Nutzer, die auf der Website abgestimmt haben, das Produkt anschliessend gekauft haben?
Wir messen die Beteiligung im Netz – und können anhand des Abverkaufs feststellen, wie gross das Interesse an einer Aktion war. Inwiefern nun die Kunden die Produkte gekauft haben, über die sie im Internet abgestimmt haben, ist in einer ersten Phase nicht relevant.

Wie wird die Plattform bekannt gemacht?
Die Konsumenten werden in Denners Flugblatt «DennerWoche» sowie über den Newsletter, der über 100'000 Abonnenten erreicht, informiert. Ab nächster Woche wird zudem eine Banner-Kampagne ausgerollt. Darüber hinaus setzten wir auf den viralen Effekt. Dadurch dass man die Rabatte prozentual erhöhen kann, wenn sich Freunde an der Aktion beteiligen, dürfte die Plattform sicherlich weiterempfohlen werden.

Inwiefern haben Sie sich von der Social-Media-Plattform Migipedia von Migros inspirieren lassen?
Gar nicht. Bei Migipedia bewerten die Konsumenten Produkte, kommentieren und bringen Verbesserungsvorschläge an. Sie können mitbestimmen, ob ein WC-Papier 3- oder 5-lagig sein soll. Auf Social-discount.ch geht es vor allem darum, den Preis zu senken. Migipedia ist eine längerfristige Geschichte und geht schon fast in Richtung Research. Wir dagegen haben einen kurzen Turnus: Die Abstimmung läuft eine Woche, danach kann man das Produkt kaufen – und der Fall ist damit erledigt.

Wie fügt sich das Social-Media-Projekt in Denners Internetstrategie?
Unsere Aufgabe besteht darin, den Draht zu den Kunden im virtuellen Umfeld aufzubauen und einen Dialog zu starten. Social-discount.ch läuft allerdings unabhängig von Denners Website.

Wie gross ist der Aufwand für Notch Interactive, wenn die Plattform online ist?
Der Grossteil der Arbeit fand im Vorfeld statt. Nachdem wir Denner die Idee vorgestellt hatten, musste abgeklärt werden, ob das Projekt organisatorisch und logistisch überhaupt realisierbar ist. Wie können die Preise danach in den Filialen angepasst werden? Kann sichergestellt werden, dass die Produkte in der benötigten Menge zur Verfügung stehen? Der Unterhalt der Website und der Austausch der Aktionen sind dagegen weniger aufwändig, weil eigens dafür ein CMS erstellt wurde.

Welche weiteren Ideen haben Sie für Social-discount.ch im Köcher?
Sollte die Plattform erfolgreich sein, werden wir möglicherweise weitere Optionen einführen. Jedoch können wir unsere weiteren Pläne zum jetzigen Zeitpunkt selbstverständlich noch nicht verraten.

Interview: Isabel Imper

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Verantwortlich bei Denner: Petra Gayko (Leiterin Marketingkommunikation, Gesamtverantwortung), Sabine Gassmann (Projektleiterin Marketingkommunikation). Verantwortlich bei Notch Interactive: Peter van der Touw (Gesamtverantwortung), Martin Pfeiffer (Konzeption, Producing), Jeff Gerber (Creative Direction), Marco Klein (Art Direction), David Elmiger (Konzeption, Text), Angela Erni (Design), Vera Weber (Beratung), Tobias Fuhlroth (Technical Direction), Martin Bächtold (Application Programming), Matthias Meier und Jonas Huber (Frontend Programming).

So 07.04.2013 - 15:02

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