Bundesgericht: Werbemonitore im Zürcher Niederdorf müssen weg

Die vier Werbemonitoren am Haus «Zum Brotkorb» im Niederdorf müssen weg. Das Bundesgericht hat auch die zweite Beschwerde der Betreiberfirma abgewiesen. Diese hatte nach einem ersten Entscheid die verbotenen Grossbildschirme durch je zwei kleinere ersetzt.

Ursprünglich war in den Vitrinen der Liegenschaft an der Niederdorfstrasse 77 je ein 50-Zoll-Flachbildschirm montiert gewesen. Auf den Monitoren wechselten im 10-Sekunden-Takt Standbilder mit Werbung für in den Häusern ansässige Firmen sowie für andere Geschäfte und Betriebe.


Denkmalpflegerisch sensibles Umfeld

Das Amt für Städtebau verfügte 2006 die Beseitigung der Bildschirme, was vom Bundesgericht 2008 bestätigt wurde. Die Betreiberfirma CityLights montierte in der Folge an Stelle der grossen Bildschirme je zwei kleinere 30-Zoll-Monitore. Das Amt für Städtebau verlangte indessen auch deren Entfernung.

Die Betreiberfirma gelangte wiederum ans Bundesgericht, das ihre Beschwerde nun erneut abgewiesen hat. Die Richter in Lausanne stützen die Ansicht der Zürcher Behörden, dass die Fremdwerbung auf den vier Monitoren auf das denkmalpflegerisch sensible Umfeld in der Zürcher Altstadt nicht hinreichend Rücksicht nimmt.

Präjudiz vermeiden

Dies gelte insbesondere unter dem Aspekt, dass es sich beim betroffenen Gebäude «Zum Brotkorb» um ein inventarisiertes Objekt handle. In einer kleinräumigen Umgebung trete jede Form von beleuchteter oder leuchtender Werbung stark in Erscheinung.

Die Befürchtung der Baubehörden, dass bei der Bewilligung der umstrittenen Monitore ein Präjudiz geschaffen würde, welches im Verlaufe der Zeit zu einer ästhetischen Beeinträchtigung der Altstadt führen könnte, erscheine vor diesem Hintergrund begründet.


CityLights will nicht abmontieren

Dass Schaufenster in der Umgebung zum Zweck der Eigenwerbung ähnlich oder sogar noch auffälliger gestaltet seien, spiele keine Rolle. Das Bundesgericht habe bereits in seinem Entscheid von 2008 festgehalten, dass eine unterschiedliche Behandlung von Eigen- und Fremdwerbung im Prinzip zulässig sei.

Jürg Knecht von CityLights will die umstrittenen Monitore trotz dem Verdikt aus Lausanne nicht entfernen, wie er am Dienstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA erklärte. Stattdessen werde er in Zukunft nur noch Eigenwerbung über die Bildschirme flimmern lassen, was ja offenbar zulässig sei. (SDA)

 

Di 07.06.2011 - 14:53

Kommentare

neuen Kommentar schreiben

Klartext

  • Keine HTML-Tags erlaubt.
  • HTML - Zeilenumbrüche und Absätze werden automatisch erzeugt.
  • Web page addresses and email addresses turn into links automatically.
CAPTCHA
This question is for testing whether or not you are a human visitor and to prevent automated spam submissions.