Euro RSCG realisiert für Stop AIDS den kürzesten TV-Spot
Er ging, bevor sie kam. Derart salopp könnte man die Szenen zusammenfassen, mit denen Euro RSCG Zürich zusammen mit dem Bundesamt für Gesundheit seit dieser Woche wieder Aufklärung in Sachen Aids betreibt. Thematisiert werden Situationen, in denen es zwischen zwei Zufallspartnern so schnell zur Sache geht, dass die Überhitzten gar keine Zeit mehr finden können, um an den bewährten Gummi zu denken.
Die neue «Love Life Stop Aids»-Kampagne des BAG geht damit in das fünfte Jahr, seit sie bei der Crew von Frank Bodin angesiedelt ist. «Ging’s zu schnell, um an Gummis zu denken?», lautet in dieser Staffel die kreative Umsetzung.
Das Team um CD Axel Eckstein hat dazu «die kürzesten Werbespots der Schweiz» realisiert: Nur eine Sekunde lang wird gezeigt, wie sich etwa in einer Bar zwei Augenpaare finden. Dann sieht man die Protagonisten bereits im Bett. Auch nur eine Sekunde lang. Zum Höhepunkt gebracht wird der Spot mit einem Drei-Sekunden-Abbinder «Ging’s zu schnell ...?» und dem guten Rat, sich jetzt möglichst ebenso rasch einem Check zu unterziehen. Dieser ist neu für diese Kampagne auf www.check-your-lovelife.ch eingerichtet worden. Wer sich mit ehrlichen Antworten durchklickt, weiss, ob er nach dem schnellen Sex jetzt vielleicht einen Aids-Test machen sollte.
> Spots anschauen
Die gezeigten Risikosituationen sind Ferienflirts und sexuelle Abenteuer unter Alkoholeinfluss. Solche Abenteuer ohne Kondom erleben gemäss Statistik zurzeit am häufigsten Heteros «im besten Alter» um die 35. Diese Zielgruppe soll deshalb gewarnt werden, ein mögliches HI-Virus am Tag danach nicht einfach bedenkenlos weiterzugeben. Gleichzeitig wird dafür geworben, für nicht alltägliche Situationen stets ein Präservativ bei sich zu haben und die Safer-Sex-Regeln zu befolgen. «Wir wollen Aufmerksamkeit für die HIV/Aids-Prävention und tun dies mit einer positiven Provokation. Wir kommunizieren ohne Mahnfinger und auch ohne Schockbilder – dafür mit einem Augenzwinkern. Das kommt bei diesem Thema am glaubwürdigsten an, wie wissenschaftliche Tests bewiesen haben», erklärt Adrian Kammer, Werbeleiter beim Bundesamt für Gesundheit.
Die neue Kampagne setzt auf das Hauptmedium Fernsehen. Hier werden die Spots ihrer Kürze wegen jeweils im Doppel gezeigt. Eine verblüffende Umsetzung der Idee findet sich auf Tilllate.ch, wo ein Mausclick ein Partyfoto zur Sexszene machen kann. Für eine weitere Abstützung sorgen Inserate, Plakate sowie Promotionen und Give-aways.
Andreas Panzeri




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