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17.12.2008 | 15:58
MARKETING & KOMMUNIKATION
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Die Migros wird vermehrt auf Onlinewerbung setzen

In einem Interview mit der welschen Zeitung L'Illustré lässt Claude Hauser, Präsident der Verwaltung des Migros-Genossenschafts-Bunds, einiges über die künftige Werbestrategie des orangen Riesen durchblicken. Bezüglich des Werbebudgets von rund 350 Millionen Franken spricht Hauser von Einsparungen in der Höhe von ungefähr 50 Millionen Franken (une cinquantaine de millions). Dies ist deutlich weniger als die noch im September herumgeisternde Zahl von 70 Millionen Franken.

Zudem werde die Migros aus dem Sortiment der insgesamt rund 250 Eigenmarken nur noch ungefähr einige Dutzend (quelques dizaines) aktiv bewerben. Überraschend äusserte sich Hauser über die Verwendung von Werbemedien: Ein grosser Teil der Werbeausgaben würden in Zukunft auf dem Internet getätigt. Weiter sagte Hauser, man habe aber überhaupt nicht vor, die Inserate in den Tageszeitungen und Magazinen abzuschaffen, wie das mehrfach vermutet worden sei. Aber die Printwerbung werde stärker an ihrer Effektivität gemessen.

Einsparungen als natürlicher Vorgang

Die angekündigten Einsparungen setzte Claude Hauser in einen grösseren Zusammenhang. Die Migros habe unter den Detailhändlern Europas gemessen am Umsatz eines der höchsten Werbebudgets. Bei einem Umsatz von rund 15 Milliarden Franken und einem Werbebudget von 350 Millionen Franken gehen etwa 2,3 Prozent des Umsatzes in die Werbung. Das ergebe sich aus dem hohen Anteil von Eigenmarken der Migros, die rund 90 Prozent des Sortiments ausmachten. Aus diesem Grund will die Migros bei der Werbung die Konzentration auf wenige Produkte vorantreiben.

Die Einsparungen hält Hauser aufgrund der Entwicklungen innerhalb der Migros für einen natürlichen Vorgang. Wegen der stark angestiegenen Anzahl der Eigenmarken seien über die Jahre auch die Werbeausgaben stark angestiegen. Man habe sich verzettelt, und nun sei die Zeit gekommen, sich wieder zu zentrieren. Damit einhergehend sei die Zusammenarbeit mit vielen verschiedenen Agenturen und damit die Kontrolle und Gesamtkoordination immer schwieriger geworden. Das habe unweigerlich zu Verschwendung geführt. Das sei auch der Grund für die Kündigung aller bestehenden Verträge und das momentan laufende Submissionsverfahren.

Verlagerung der Werbung ins Internet

Was die künftige Werbstrategie betrifft sagte Claude Hauser, es sei offensichtlich, dass immer mehr Konsumentinnen und Konsumenten sich auf dem Internet informierten, dort die Preise verglichen und ihre Käufe machten. Diesem Konsumverhalten habe die Migros mit dem Aufbau des Hauslieferungs-Portals LeShop Rechnung getragen, das grossen Erfolg habe. Es sei unerlässlich, auf dem Internet eine starke Werbepräsenz zu haben. Deshalb, so Hauser, «une grande partie de nos dépenses publicitaires se feront sur l'internet».

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