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17.09.2013
Media & Medien

Wemf: Wenig Bewegung in der Zeitungshitparade

Die neuen Wemf-Zahlen zeigen: Die Zeitungs-Hitparade bleibt unverändert, 20 Minuten behält die Krone. Aufgrund einer neuen Berechnungsmethode lassen sich die Daten aber nicht mit den letztjährigen Zahlen vergleichen.

Mit Abstand am meisten wird nach wie vor das Gratisblatt 20 Minuten gelesen. Es erreicht fast 1,6 Millionen Leserinnen und Leser; der Blick am Abend kommt auf die Hälfte. Die meistgelesene Bezahlzeitung ist der Blick mit einer Reichweite von 720'000 Personen.


Der Abstand zum Tages-Anzeiger, der in der Hitparade Platz vier belegt, beträgt weit über 200'000 Leserinnen und Leser: Die Reichweite des Tagis beträgt 504'000 Personen, wie aus den neuesten Zahlen der Mach-Basic-Studie 2013-2 der Wemf AG für Werbemittelforschung hervorgeht. Obwohl ein Vergleich mit den Zahlen des letzten Jahres verlockend ist, so ist er dieses Jahr nicht zulässig. Der Grund dafür ist eine grundlegend neue Berechnungsmethode bei den Leserschaftszahlen.


Neue Leserschichten erschlossen

Die Wemf hat für die Befragungen eine neue Stichprobe gewählt, die auch Personen berücksichtigt, die nur per Handy erreichbar sind oder deren Festnetzanschluss nicht eingetragen ist. Damit erhält die Stichprobe 20 Prozent Auskunftspersonen aus Bevölkerungsschichten, die bisher nicht befragt werden konnten, schreibt die Wemf. Neu sind auch die computergestützten Interviews, die es den Befragern ermöglicht haben, den Befragten Logos der Zeitungen und Magazine vorzulegen. Und neu ist auch die Hochrechnungsbasis. Sie basiert nicht mehr auf der Volkszählung aus dem Jahr 2000 und deren Aktualisierung, sondern neu auf der Statistik der Bevölkerung und der Haushalte sowie der Strukturerhebung des Bundes.

Wegen dieser Neuerungen lassen sich die Gründe für die teils markante Zu- oder Abnahme der Leserzahlen nicht herausfiltern: Sie sind entweder auf Entwicklungen im Lesermarkt zurückzuführen oder aber noch wahrscheinlicher auf die methodischen Veränderungen, erklärt die Wemf. Daher bleibt die Frage unbeantwortet, weshalb die Blick-Erzeugnisse gemäss neuester Erhebung von teils weit über 100'000 Leserinnen und Lesern mehr durchgeblättert werden. Oder wie es kommt, dass auch die Neue Luzerner Zeitung und die Neue Zürcher Zeitung zulegen, die Weltwoche, die Sonntagszeitung oder die Woz aber teils massiv verloren haben.


Frauen lesen am Sonntag weniger

Die neue Statistik der Wemf verrät jedoch viel über die Vorlieben der Lesenden. So ist augenfällig, dass mehr Männer die Sonntagszeitungen lesen, Frauen dafür öfter die Tageszeitungen. Einzig bei der NZZ und dem Tagi lässt sich diese Beobachtung nicht bestätigen. Auffällig ist auch, dass viel mehr Männer die Gratiszeitungen 20 Minuten (898'000) und Blick am Abend (440'000) lesen, während im Vergleich viele Frauen die Finger davon lassen (666'000 und 340'000). Wenig überraschend ist die Geschlechterverteilung bei den Wochenzeitungen und Magazinen. Wirtschaftstitel finden beim männlichen Publikum mehr Anklang; dafür lesen mehr Frauen als Männer den Beobachter oder das Magazin. Das NZZ Folio wiederum geht durch mehr Männer- als Frauenhände.


Je älter desto Zeitung

Beim Alter der Leserschaft zeigt sich, dass - mit wenigen Ausnahmen - die Leser über 55 Jahren am meisten Zeitungen lesen. Die Zahlen widerspiegeln den Trend, dass immer weniger Junge eine Papierzeitung in die Hand nehmen. Die 35- bis 54-Jährigen greifen öfter zur Papierzeitung als die Jungen. Einzig bei den Gratiszeitungen sind die jungen Leserinnen und Leser zwischen 14 und 34 Jahren in der Überzahl. Offensichtlich ist aber auch, dass bei regionalen Zeitungen wie dem Walliser Boten, dem Landboten oder dem St. Galler Tagblatt aber auch und vor allem beim Blick und Sonntagsblick der Unterschied zwischen den Alterskategorien geringer ist als bei den grossen Tageszeitungen - sie also generationenübergreifend beliebter sind. Dafür verlieren Wirtschaftstitel beim älteren Publikum an Relevanz. Die Titel haben bei den 35-bis 54-jährigen Erfolg; danach nimmt er ab. Je älter die Leserinnen und Leser, desto mehr greifen sie zu Konsumenten- und Gesundheitsmagazinen. (SDA)

Zum Thema: Leserzahlen: Ex-Sonntagsausgabe schadet der BaZ




Tageszeitungen Deutschschweiz
 

20 Minuten 1'571'000 34.1
Blick am Abend 779'000 17
Blick 720'000 15.3
Tages-Anzeiger 504'000 11
Die Nordwestschweiz (Normalauflage) 391'000 8.5
Berner Zeitung und Der Bund 362'000 7.9
Neue Zürcher Zeitung 295'000 6.3
Neue Luzerner Zeitung 287'000 6.2
St. Galler Tagblatt 256'000 5.6
Südostschweiz (Normalauflage) 245'000 5.3
Basler Zeitung (Normalauflage) 123'000 2.7
Solothurner Woche 98'000 2.1
Thurgauer Zeitung 84'000 1.8
Der Landbote (Normalauflage) 60'000 1.3
Bieler Tagblatt 54'000 1.1
Walliser Bote 51'000 1.1


Sonntagspresse Deutschschweiz



Sonntagsblick 848'000 18
Sonntagszeitung 651'000 14.2
NZZ am Sonntag 482'000 10.3
Schweiz am Sonntag (inkl. Südostschweiz am Sonntag) 460'000 10
Zentralschweiz am Sonntag 226'000 4.9



Zeitschriften & Magazine Deutschschweiz



Coop-Zeitung 2'754'000 60
Migros-Magazin 2'482'000 54
Ktipp 979'000 21.3
Beobachter 918'000 20
Drogistenstern 870'000 18.9
Schweizer Illustrierte 799'000 17.4
Panorama 717'000 15.6
Schweizer Familie 708'000 15.4
Das Magazin 684'000 14.9
Geo 673'000 14.7
Saisonküche 618'000 13.5
Gesundheitstipp 507'000 11
via 494'000 10.8
Tele 492'000 10.7
Glückspost 417'000 9.1
NZZ Folio 409'000 8.9
Land Liebe 400'000 8.7
SI Style 374'000 5.9
Annabelle 259'000 5.7
Weltwoche 252'000 5.5
Fritz + Fränzi 176'000 3.8
Automobil Revue 106'000 2.3
Die Wochenzeitung (WoZ) 75'000 1.6



Wirtschaftszeitungen



Bilanz 139'000 3
Handelszeitung 109'000 2.4
Finanz und Wirtschaft 107'000 2.3



Tageszeitungen Westschweiz



20 Minutes 570'000 37.8
Le Matin 317'000 21.2
24 Heures 204'000 13.7
La Tribune de Genève 125'000 8.4
Le Temps 115'000 6.8
Le Nouvelliste 111'000 7.4
La Liberté 98'000 6.1
L'Express 55'000 3.7
Le Quotidien jurassien 47'000 3.2



Westschweizer Sonntagszeitung



Le Matin Dimanche 503'000 33.7
 

Tessiner Tageszeitungen



Corriere del Ticino 127'000 44.4
LaRegione Ticino 90'000 31.7

Wemf 2012/2013 (PDF)

Bild: hae/wewo

Tags:
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Wemf

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