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25.03.2011
Media & Medien

Schweizer Medien: Der SRG sollen online Grenzen gesetzt werden

An einer Medienkonferenz vom Freitag forderte der Verband Schweizer Medien eine Einschränkung für SRG-Online-Angebote und -Werbung. Er bezieht sich dabei auf ein Rechtgutachten von Professor Urs Saxer. Die SRG müsse auf die privaten Medien, insbesondere die Presse, Rücksicht nehmen. Ihre Aktivitäten im Online-Bereich widersprächen der Verfassung und dem Gesetz.

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Man akzeptiere, dass die SRG das Internet als einen weiteren Distributionskanal nutze und eindeutig programmbezogene Aktivitäten entfalte, teilte der Verband in einem Communiqué vom Freitag mit. Die SRG dürfe aber auf gar keinen Fall ein neues Medium etablieren und dies mit Werbung alimentieren. Online sei nicht Service public. Ausgehend von dem Gutachten «Möglichkeiten und Grenzen der Online-Angebote der SRG», das Saxer im Auftrag des Verbandes erstellt hat, leitet Verlegerpräsident Hanspeter Lebrument für den Verband drei Hauptforderungen ab:


Keine weitere Ausdehnung der Werberechte der SRG zulasten der privaten Medien.
Die Werbeeinnahmen seien in den Printmedien in den letzten zwei Jahren um 12 Prozent eingebrochen. Die SRG weise demgegenüber für 2010 eine Werbezunahme von 12 Prozent im Bereich TV und eine Zunahme von 11 Prozent beim Sponsoring aus. Ausserdem habe ihr der Bundesrat ab 2011 zugestanden, die Werbung von 8 auf 15 Prozent auszudehnen, was ebenfalls zulasten der Printmedien gehen werde. Eine neue Studie des Instituts für Publizistikwissenschaft und Medienforschung der Universität Zürich (IPMZ) sage zudem einen weiteren Rückgang für Printprodukte voraus, während für Rundfunkwerbung eine Steigerung prognostiziert wurde. Der SRG müsse die Werbung in Radio und Online weiterhin untersagt bleiben, denn fehlende Werbung verteure die Preise für die Printprodukte massiv.

 


Online ist die Zukunft der privaten Medien.
Online sei für die Zukunft der privaten Medien absolut zentral. Online sei grundsätzlich Privatwirtschaft, nicht Service public. Der Verkauf von Werbung und Inhalten müsse daher auch «online» möglich sein. Für private Online-Angebote gebe es aber nur Finanzierungsmöglichkeiten, wenn die SRG nicht gebührenfinanzierte Onlineangebote gratis zur Verfügung stelle. Ein ausgedehntes Online-Angebot der SRG würde die Einführung von Bezahlmodellen für Qualitätsinformationen erschweren, so Albert P. Stäheli, CEO NZZ-Mediengruppe und Mitglied des Präsidiums von Schweizer Medien.


Die Politik muss den Service public für den Rundfunk definieren.
Zuletzt fordert der Verband, dass die Politik den «Service public» für den Rundfunk endlich einmal klar definiere. Die Konzession müsse entsprechend angepasst werden. Nur mit einer klaren Grenzziehung zwischen öffentlichrechtlichem Rundfunkauftrag einerseits und privatem Medienschaffen andererseits könne nachhaltig Klarheit für beide Seiten geschaffen werden. Marktverzerrende Angebote würden so verhindert.

Gutachten und weitere Infos auf: Schweizermedien.ch.
 



Stellungnahme der SRG
Die SRG wehrt sich gegen den Vorwurf, ihre Online-Aktivitäten würden der Verfassung und dem Gesetz widersprechen und verweist in einer Stellungnahme auf Untersuchungen des Bundesamtes für Kommunikation (Bakom). Sämtliche der Studien zeigten, dass die SRG mit ihrem Online-Angebot Gesetz und Konzession einhalte.

Studie «SRG Online Beobachtung»: Konzessionsauflagen im Online-Angebot weitgehend erfüllt.


Vergangene Woche auf Werbewoche.ch erschienen:
SRG-Generaldirektor Roger de Weck zur künftigen Rolle der SRG im Medienplatz Schweiz: SRG will mit privaten Medienhäusern kooperieren.

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