Facebook erweitert die Chronik: Ab dem 1. November 2012 können Facebook-Nutzer in der Schweiz auf ihrer Chronik zeigen, ob sie potenzielle Organspender sind.
Die Möglichkeit, auf der eigenen Chronik die Willensäusserung zur Organspende zu zeigen basiert auf freiwilliger Basis. Wichtig sei, dass der Entscheid den Angehörigen mittgeteilt werde, damit diese nicht stellvertretend entscheiden müssen, sagt Franz Immer, Direktor von Swisstransplant. Die Initiative von Facebook könne einen wichtigen Anstoss zur Entscheidung liefern und einen Anreiz zur Information an Familie und Freunde bieten. Ob der Eintrag zur Willensbekundung einer Organspende für alle Facebook-Freunde einsehbar ist oder nicht, hängt von den Privatsphäre-Einstellungen ab und kann frei gewählt werden. «Die Willensbekundung betrifft in erster Linie eine Spende nach dem Tod. Lebendspenden dürfen in der Schweiz von Gesetz wegen nur bei naher sozialer Bindung der Personen erfolgen», konkretisiert Immer.
Diese Kommunikationsfunktion ist in den USA und Grossbritannien bereits seit Mai vorhanden. Dort hat die Funktion zu einem merklichen Anstieg an potenziellen Organspendern geführt, wie Swisstransplant in einer Mitteilung auf Presseportal.ch schreibt. So ist in Kalifornien, wo ein regionales Register für Organspender geführt wird, die Registrierungsrate durch die Facebook-Funktion laut «Donate Life California» um 5‘000 Prozent angestiegen.
Ein erfreulich grosser Anstieg. Wo also bleiben vergleichbare Facebook-Funktionen, wie etwa „Ich habe ein Patenkind in Kenia.“, „Ich unterstütze die internationale Menschenrechtskonvention.“ oder „Meine virtuelle Persönlichkeit ist so viel besser als meine reale, daher habe ich einen Quatdratkilometer Regenwald gekauft.“?